Ein großes herzliches Dankeschön an Martin Sosna für dieses Fest!
Ein Vorwort!
Martin Sosna veranstaltet seit 10 Jahren im Kulttempel Oberhausen das TRHASH SPEED BURN FEST und er hat sich dieses Jahr das erste Mal dafür entschieden dieses Festival zwei Tage lange auszurichten. Qualitativ sind die Bands stets von allerbester Güte, denn Martin bucht immer nur Bands, die er selber live erlebt hat und ihn begeistert haben.

Ich möchte gerne noch einige Worte verlieren, bevor der Bericht über die eigentlich Veranstaltung beginnt. Ich habe die Danksagung an Veranstalter Martin Sosna nicht ohne Grund eingangs erwähnt, denn es ist nicht selbstverständlich gewesen, dass dieses Event stattgefunden hat.
Martin hat weniger seinen eigenen Profit im Auge, als vielmehr die Unterstützung der Szene. Was meine ich damit? Martin organisiert regelmäßig Konzerte und nicht immer laufen die Vorverkäufe so wie gehofft. Was viele außer Acht lassen, ist die Tatsache, dass die Ticket-Vorverkäufe essentiell wichtig für die Planungssicherheit sind. Wenn Martin rein profitorientiert denken würde, hätte er das Event aufgrund mangelnder Vorverkäufe absagen müssen.
Er ist offen mit dem Thema umgegangen. Für ihn war die Absage des Events jedoch nie eine Option. Er hat für dieses Event gekämpft wie ein Löwe. Dies resultiert nicht nur aus dem Anspruch an sich selbst. Er fühlt sich den Fans und der Metal-Szene verpflichtet. Er möchte das generelle Vertrauen in der Szene stärken. Viele Konzerte und Festivals wurden in den letzten Jahren abgesagt. Es hat sich zwar gebessert, aber gewisse Unsicherheiten in der Szene sind immer noch da. Viele wollen erst einmal abwarten, was so passiert und warten dann bis zur Abendkasse, die dann aber vielleicht gar nicht mehr stattfindet. Nicht, weil das Event ausverkauft ist, sondern weil zu wenig Tickets verkauft worden sind und viele das Risiko eines finanziellen Fiaskos nicht eingehen möchten.

Martin hat sich alle Mühe gegeben, um die Tickets im Vorverkauf an die Fans zu bringen. Er hat im Vorfeld etliche Metal-Events im Ruhrpott besucht, das EC-Kartengerät mitgeschleppt, um dort Tickets vor Ort zu verkaufen. Er hat die Tickets sogar teilweise nach Hause persönlich gebracht. Er hat die Planung und das Entstehen des Events sehr transparent auf Social Media geteilt. Der Service und die Informationsgestaltung vorab waren vorbildlich. Man konnte sich mit jedem Problem und jeder Frage an ihn wenden und er stand jederzeit parat. Mehr Herzblut und Einsatz geht einfach nicht! Viele wissen nicht, wie vielfältig und auch kostspielig die Vorbereitungen für so ein Event sind. Das finanzielle Risiko trägt immer der Veranstalter, der mit seinem Privatvermögen dafür gerade steht.
Daher sollte man solche Events nicht als selbstverständlich erachten. Es sind wertvolle Momente, die wir genießen dürfen. Lasst uns dabei nicht vergessen, dass hinter einem solchen Event immer Menschen stehen, die uns das ermöglichen. Ein Dankeschön auch an all die Menschen, die Martin bei der Planung und Durchführung des Events geholfen haben.
THRASH SPEED BURN FEST 11
Jetzt geht es aber los mit dem THRASH SPEED BURN FEST. Ich bin vorab angesichts der super starken Bands voller Vorfreude und sehr gespannt, was mich live erwarten wird. Bevor es losgeht, muss ich mich aber erste einmal stärken. So gönne ich mir ne leckere Currywurst gegönnt mit delikater Soße, die Martin noch am Abend zuvor selber zubereitet hat. Und ich finde, dass 3,00€ für ne Bratwurst und 4,00 € für ne Currywurst sehr faire Preise sind. Ist die hungrige Meute zu Beginn im Biergarten noch recht überschaubar, so änderte sich das später. Was Martin noch nicht ahnt: Wie hungrige Wölfe werden die Massen über seine Bratwurst herfallen und alles restlos verputzen.

Außerdem wurde ein Raum im Kulttempel Oberhausen eigens für Merchandise eingerichtet. Dort gibt es alles, was das Herz begehrt. Neben den teilnehmenden Bands bieten auch Verkäufer eine Vielzahl von CDs und Schallplatten an. Es gibt also reichlich Gelegenheit sein Geld zu investieren.

MEZZROW

𝐌𝐄𝐙𝐙𝐑𝐎𝐖 haben die Ehre das Festival zu eröffnen. Sie sind keine Neulinge, denn sie haben sich 1987 gegründet und letztes Jahr ihr fantastisches Album Embrace The Awakening veröffentlicht (Review). Vor kurzem haben sie einen Deal mit Fireflash Records gemacht und zu diesem Anlass die Single „As The Flames Rise“ veröffentlicht. (Bericht).

Das THRASH SPEED BURN FEST wurde also knallhart eröffnet. Die Band zeigte sich spielfreudig, technisch versiert und überraschend vielseitig. Zwischen kompromissloser Härte und atmosphärischen Momenten entsteht ein Spannungsfeld, das ihren Sound lebendig und eigenständig macht. Das wusste auch das Publikums zu schätzen, die bereits zahlreich in der Halle erschienen waren. Der Rest strömte dann auch recht schnell herbei. 𝐌𝐄𝐙𝐙𝐑𝐎𝐖 gelang es schnell sie Fans einzuheizen. Sänger Ulf hat einfach ne starke Stimme und die agil auftretende Band sorgt für einen musikalischen Sturm, der die Fans nicht unbeeindruckt lässt. Alle sind sich einig, dass das schon mal ein großartiger Auftakt war.







KILLER

Die belgische Band 𝐊𝐈𝐋𝐋𝐄𝐑 wurde 1980 in Antwerpen gegründet und zählt zu den Pionieren des europäischen Heavy Metal. Damit trugen sie maßgeblich dazu bei, Belgien auf die Metal-Landkarte zu setzen, zusammen mit Bands wie Ostrogoth. Sie schmettern Songs alter Schule, die nie aus der Mode kommen und nach wie vor für beste Unterhaltung sorgen. 𝐊𝐈𝐋𝐋𝐄𝐑 treten als Trio auf. Gitarre, Bass und Schlagzeug… fertig!

Ich habe 𝐊𝐈𝐋𝐋𝐄𝐑 noch nie live gesehen. Paul „Shorty“ Van Camp und „Jakke“ sind seit Jahrzehnten im Geschäft und neben DEMON die Veteranen beim THRASH SPEED BURN FEST, aber sie sind kein bisschen müde geworden. Das musikalische Set von 𝐊𝐈𝐋𝐋𝐄𝐑 ist ein höchst unterhaltsamer Mix aus Rock ‚N‘ Roll, Heavy Metal und Blues, der nicht nur mich begeistert hat. Ich hatte bei manchen Songs MOTÖRHEAD-Feelings, dann kam mir bei der langsamen Blues-Nummer Gary Moore irgendwie in den Sinn. 𝐊𝐈𝐋𝐋𝐄𝐑 begeistern mich immer mehr mit ihrer Show.

Es ist immer eine Freude, so erfahrene Musiker zu erleben, die immer noch voller Überzeugung ihrer Spielfreude freien Lauf lassen. Aber auch der deutlich jüngere Drummer ist eine Wildsau am Schlagzeug. „Shorty“ ist ein Meister an der Gitarre. Krachende scharfe Riffs, emotionale oder feurige Solos….“Shorty“ liefert alles ab. Bassist „Jakke“ ist die Coolness in Person und spendiert ebenfalls ne geile Show. Zumal scheint er deutsches Bier zu mögen, was er sich sogar im Publikum während seines Auftritts einflößen lässt.


Einen Moment der Verwunderung habe ich, als Shorty drei Fragen an das Publikum stellt: Liebt ihr Alkohol? Liebt ihr Sex? Die Reaktionen auf diese ersten beiden Fragen sind dann doch überraschend verhalten, zumal das Bier ja augenscheinlich in Strömen die Kehlen runtergeschüttet wird. Doch dann kam die dritte Frage: Liebt ihr Heavy Metal? Wenigstens auf diese Frage wird mit laustarkem Gejohle aller Fans reagiert.
MARTYR

Nach 𝐊𝐈𝐋𝐋𝐄𝐑 entern 𝐌𝐀𝐑𝐓𝐘𝐑 die Bühne. Sie heizen den Fans mit ihrem druckvollen Heavy Metal ein. 𝐌𝐀𝐑𝐓𝐘𝐑 haben letztes Jahr ihr Album 𝘿𝙖𝙧𝙠 𝘽𝙚𝙡𝙞𝙚𝙫𝙚𝙧 rausgehauen, dass nur so vor hochexplosiven Krachern strotzt. Kein Zweifel daran, dass 𝐌𝐀𝐑𝐓𝐘𝐑 heute mit einigen Songs davon aufwarten werden. Martin Sosna hatte die Band bereits vor einigen Wochen live in der Azijn Fabriek in den Niederlanden gesehen (Bericht) und nach diesem Bericht waren meine Erwartungen riesig…. und sie wurden nicht enttäuscht.
Der Gig wurde mit einem melodischen Gitarrensolo episch eingeleitet, bis es dann richtig zur Sache ging. Der Sound von 𝐌𝐀𝐑𝐓𝐘𝐑 hat mächtig Dampf im Kessel und Sänger Rop van Haren hat ne super Stimme, die er einzusetzen weiß. Beindrucken sind auch seine hohen klaren Screams. Hört sich schon geil an. Nach anfänglich leichten Soundproblemen wurde es schnell besser und die Show wurde von Song zu Song immer irrer und heißer. Sänger Rop kam ziemlich ins Schwitzen, so dass er sich im Laufe des Gigs mal wieder mit ner Pulle Wasser abduschte.

Ansonsten ist er neben seiner tollen gesanglichen Performance ständig in Action und sucht nicht nur einmal die Nähe der Fans und flitzt über die Treppe runter und taucht in den Fan-Pool ein. Etliche Selfies wurden gemacht, Hände geschüttelt und dann wurde auch noch eine Flasche vom allseits bekannten Kräutergebräu rumgereicht und zügig geleert.

Mit ihrer enthusiastischen Spielfreude haben sie das Publikum mitgerissen und vollend begeistert. 𝐌𝐀𝐑𝐓𝐘𝐑 preschen bei ihren Songs nicht einfach stur drauflos, sondern bieten intelligentes Songwriting, um mit verschiedenen Stimmungen zu spielen. Es gab viele Gelegenheiten für die Fans in die Refrains der Songs einzusteigen. Dies wurde auch vehement vom Sänger eingefordert. Die Fans feiern 𝐌𝐀𝐑𝐓𝐘𝐑 und machen stets sehr gerne mit, wenn er zum Mitmachen auffordert.

Also das ist mal eine Live-Band, die weiß, wie man die Herzen der Fans im Sturm erobert. Wenn dann noch die Mucke stimmt, ist man wunschlos glücklich. Mit einigen Gimmicks lockerte man die Show zusätzlich noch auf, wie z.B. die Hammerperformance beim Song „Demon Hammer“. Zudem erschien noch ein Mönch und der Sensenmann gab sich ebenfalls die Ehre. Ein perfekter Auftritt von 𝐌𝐀𝐑𝐓𝐘𝐑!







F.K.Ü.

F.K.Ü. kommen aus Schweden und wurden 1989 in Uppsala gegründet. Was nicht alle wissen, ist die Bedeutung des Bandnamens. F.K.Ü. ist nämlich die Abkürzung für ‚Freddy Krueger’s Ünderwear“. Sie sind nämlich ausgesprochene Fans der alten Horrorklassiker aus den 80’er und 90’er Jahren. F.K.Ü. genießen ebenfalls einen hervorragenden Ruf und haben schon auf zahlreichen großen Festivals gespielt. Ein großes Lob an Martin, dass er solche Bands zum 𝐓𝐇𝐑𝐀𝐒𝐇 𝐒𝐏𝐄𝐄𝐃 𝐁𝐔𝐑𝐍 𝐅𝐞𝐬𝐭𝐢𝐯𝐚𝐥 locken konnte.

Ich habe zwar den Eindruck, dass die Fans schon ein wenig müde sind. Doch als F.K.Ü. dann mit ihrer Horrorshow starten, werde ich eines besseren belehrt. Die Schweden sehen zwar wie blutverschmierte Zombies aus, sind aber eigentlich recht lustig drauf. F.K.Ü. lassen es noch einmal verdammt heftig krachen und knallen mit ihren energiegeladenen Thrash-Metal-Slashern dermaßen rein, als ob man eine Dynamitstange gezündet hätte. Manche Fans flippen völlig aus und sind plötzlich so unter Dampf, dass sie sich ausgiebig im Moshpit austoben. Das hätte ich nicht mehr erwartet. Das muss man als Band auch erst einmal schaffen. Mission erfüllt!

Der Sänger ist ein humoriger Typ und macht auf der Bühne seine Witze. Ich hatte bereits erwähnt, dass die Band extreme Fans von alten Horror-Film-Klassikern sind und auf ihrem letzten Album haben sie viele davon thematisiert. Jedenfalls ist der Sound von F.K.Ü. so hart und verrückt wie Jason und Freddy auf Koks. F.K.Ü. metzeln mit ihren energiegeladenen durchschlagenden Songs alles nieder. Ruhepausen gibt es keine, auch nicht, wenn das Tempo mal runtergeschraubt wird. Unten könnt ihr einen Ausschnitt vom Song „(He Is) The Antichrist“ sehen.
F.K.Ü. sind der brutale und zugleich krönende Abschluss eines fantastischen Tages beim THRASH SPEED BURN FEST. Wer das verpasst hat, ist selber Schuld und sollte sich selber lange und heftig in den Arsch treten, denn bereits der erste Tag war hammergeil. Ich bin restlos begeistert, nicht nur weil es allesamt fantastische Live-Bands sind, sondern weil der musikalische Mix einfach rundum gestimmt hat.





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