Heute freue ich mich auf den Club HELVETE in Oberhausen. In der geilen Location treten heute die zwei schwedischen Bands BULLET und S.O.R.M auf. Für mich passen die Bands super zusammen. Ich bin etwas früh dran, aber es tummeln sich bereits einige Fans vor dem Laden. Wie sich später herausstellen wird, ist das nur eine kleine Vorhut von Fans.

S.O.R.M

S.O.R.M habe ich 2022 schon einmal im Rockpalast Bochum erlebt, als sie für THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA den Support gemachten hatten. Ich finde die Kombination heute mit BULLET aber noch stimmiger. Ich kann mich aber daran erinnern, dass der Auftritt auch als S.O.R.M-Trio schon echt gut war. Mittlerweile ist Patrick Sandström als zweiter Gitarrist Teil der Band geworden. Und ich bin gespannt, wie er sich in den Sound von S.O.R.M einbringt. Ich habe dahingehend große Erwartungen und ich gehe davon aus, dass er die Band sehr gut ergänzen wird. Ich werde es sicherlich gleich erleben und meine Eindrücke bekommen.

Der Club wurde im Laufe der Zeit immer voller und es strömten erfreulicherweise eine Menge Leute hinein, so dass S.O.R.M schließlich um 20:00 h in einem sehr gut gefühlten Konzertraum beweisen konnten, was sie drauf haben. Denn ich gehe davon aus, dass S.O.R.M immer noch unbekannt in Deutschland sind und nur wenige Menschen die Band kennen. Aber dies wird sich nach der zweiwöchigen Tour, die fast ausschließlich in Deutschland stattfindet, sicher ändern.

S.O.R.M legen direkt mit einem ihrer Klassiker los. „Hellride“ knallt wuchtig aus den Boxen und die Band hat direkt einen Fuß in der Tür zu den Herzen der Fans. Und mit jedem weiteren Song spielen sich S.O.R.M in die Herzen der feiernden Meute. Spätestens beim Song „Crazy“ ist das Eis völlig gebrochen und die Fans scheinen mehr als zufrieden. Die Stimmung ist wirklich schnell auf einem hohen Level und dies wirkt sich auch auf die Band aus, die sich sichtlich wohl fühlt und alles für die Fans gibt.

So braucht Sänger Micke Holm auch nicht lange bitten, wenn er das Publikum zum Mitsingen auffordert. Das läuft alles wie von selbst. Ich weiß, dass Micke ein eingefleischter Fan von W.A.S.P. ist und er auch eine Freundschaft mit deren Gitarrist Douglas Blair pflegt. Daher bin ich begeistert, als Micke einen Song von W.A.S.P. ankündigt und dann die ersten Töne von „Sleeping (In The Fire)“ erklingen. Eine tolle emotional intensive Nummer! Gänsehaut!

Als krönender Abschluss gab es schließlich die Hymne „I Die For My Rock ’n‘ Roll“. S.O.R.M werden vom Publikum gefeiert und dies völlig zu Recht. Es war ein grandioser Auftritt. Dazu möchte ich anmerken, dass ich nun den Vergleich habe, wie die Songs live mit einem oder zwei Gitarristen klingen. Und im Ergebnis muss ich sagen, dass die Songs mit Gitarrist Patrick noch einen Extra-Kick bekommen. Die Leads und Solos bringen einfach mehr Feuer in die Songs. Daher bin ich sehr froh, dass S.O.R.M den Mann für sich gewonnen konnten.

BULLET

Nun sind BULLET an der Reihe, die Headliner des heutigen Abends und wohl auch der Grund, warum sich viele Fans auf den Weg in den heißen Keller vom HELVETE gemacht haben. Heiß war es im wahrsten Sinne des Wortes. Das Kellergewölbe entwickelte sich seit Beginn sehr schnell zur Metal-Version einer finnischen Sauna. Auch mir klebte nach kurzer Zeit das Shirt am Körper. Keine Frage, dass das auf der Bühne noch extremer sein muss und es für die Bands ne feuchte Angelegenheit wird.

BULLET werden frenetisch empfangen, als sie die Bühne betreten. Ich hätte es mir kaum vorstellen können, aber die Hütte ist tatsächlich noch voller geworden. Das ist schon ein kuscheliges Miteinander. Die Fans sind mit Feuereifer bei der Sache und feiern jeden Song der Band. Es wird gesungen, gegröhlt und gefeiert. Die Stimmung ist total enthemmt und die Metal-Party ist in vollem Gange. Alle sind außer Rand und Band. Ich habe Schwierigkeiten mich nach vorne zu kämpfen, um wenigstens einige Fotos für den Konzertbericht zu schießen.

Der Auftritt von BULLET ist geil! Sie sind lange im Geschäft und haben sich ein große treue Fanbase erspielt. Deshalb treten sie als Vollprofis selbstbewusst auf. Es ist eine old school Heavy-Metal Band wie man sie sich vorstellt. Coole Typen im Rockoutfit und einem Sänger, der mit seiner krassen Stimme den Songs den besonderen Charakter verleiht. ACCEPT und AC/DC Fans kommen da voll auf ihre Kosten.

Und die Fans bekommen das, was sie sich wünschen. Sänger Dag „Hell“ Hofer ist super bei Stimme und schmettert seine Vocals voller Energie in die Menge. Und auch der Rest der Band liefert ab und sorgen für mitreißende Action auf der Bühne. Und die Interaktion mit dem Publikum kam auch nicht zu kurz. Aufforderungen zum Mitsingen sind allerdings nicht nötig. Das Publikum ist sehr textsicher und hochmotiviert die Refrains der BULLET-Hits lautstark mitzusingen. Da dürfte der ein oder andere Fan am nächsten Tag etwas heiser am Frühstückstisch gesessen haben.

Bei den Songs von BULLET gibt es auch keinen Stillstand im Publikum. Die energiegeladenen Songs sorgen durchweg für Bewegung bei den Fans, ob es nun ausgiebiges Nackentraininig ist, in die Luft gestreckte Pommesgabeln oder andere körperliche Aktivitäten als Ausdruck der BULLET-Begeisterung.

Nach dem Konzert besuche ich den Merch-Bereich und wie zu erwarten strömen viele BULLET-Fans dorthin, um sich dort mit Merch einzudecken. Es gibt etliche signierte Vinyls und CDs, T-Shirts…. halt alles, was man so kennt. Jedoch gibt es auch viele Leute, die ihren Weg zu S.O.R.M finden. Ich bekomme mit, wie sie den Auftritt loben, Fotos mit der Band machen und Merch kaufen. Das freut mich sehr für die Band.

Ich mache mich irgendwann auf dem Weg nach Hause, gehe nach oben, wo das HELVETE heute einen Metal-Karaoke-Abend veranstaltet. Der Laden ist rappelvoll. Irgendjemand versucht sich gerade in der Karaoke-Ecke am RAMMSTEIN-Song „Benzin“. Ich bin wirklich begeistert vom HELVETE. Ne geile Club-Location, die Pub und Konzertevents verbindet. Darüber hinaus habe ich den ganzen Abend mit sehr nettem Personal zu tun gehabt. Leider gibt es so etwas in meiner Stadt Bochum nicht. Schade eigentlich. Im Ergebnis war es ein fantastischrer Abend im Metal-Underground, der mir mal wieder gezeigt hat, warum ich solche Events mittlerweile großen Festivals und riesigen Konzerthallen vorziehe.

Zu Hause angekommen, erfreue ich mich meiner Beute. Robin von S.O.R.M hat mir ein Set Drumsticks geschenkt und dann durfte ich gegen eine kleine Spende für die Band etwas mitnehmen, was eigentlich unverkäuflich war, aber es ist mir sofort ins Auge gesprungen, als ich den Merch-Stand von S.O.R.M durchstöberte. Es waren coole Bierdeckel mit schönen Motiven von Micke Holm, die in das schwarze feste Material vermutlich mit einem Laser gebrannt wurden. Micke wollte diese eigentlich nicht verkaufen, sondern als Deko für den S.O.R.M-Merchstand nutzen. Jetzt sind es meine und ich bin sehr glücklich darüber, denn es sind die einzigen Exemplare.


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