Der erste Tag vom THRASH SPEED BURN FEST 2026 liegt hinter uns. Die Meute war am ersten Tag so hungrig, dass Martin am nächsten Tag blank ohne Würstchen dastand. Also machte er sich morgens noch einmal auf den Weg, um Nachschub zu besorgen. Außerdem wurden dem Lacky, der wieder eisern die Stellung am Merch-Stand gehalten hat, die Festival-Shirts förmlich aus der Hand gerissen und sind ebenfalls ausverkauft. Es liegt eine Liste aus, wo man sich für eine Nachbestellung eintragen kann. Wie ich erfreut feststelle, haben sich die Fans bereits zahlreich dort eingetragen und die Liste wurde im Laufe des zweiten Tages immer länger.

Ich habe mich zeitig auf den Weg gemacht, um ein kleines interessantes Vorprogramm nicht zu verpassen. Hucky Heppke hat im Jahr 1951 das Licht der Welt erblickt und ist somit ein Szeneveteran. Er hat die Rock- und Metalszene schon seit den 60’er Jahren verfolgt und war darüber hinaus ein beständiger Teil davon. Als Redakteur in diversen Magazinen und als Konzertfotograf traf der die großen Bands bereits in ihrer Anfangsphase, wie z.B. die Rolling Stones, Iron Maiden, Metallica, Scorpions usw. Die Liste ließe sich lange fortsetzen. Bis heute ist er der Szene treu geblieben und man trifft ihn auf etlichen Events. Und heute will er ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern. Dazu hat er sich noch Verstärkung geholt.

HUCKY HEPPKE

Hucky Heppke sitzt mit Veranstalter Martin Sosna auf der Bühne und es entwickelte sich ein lockerer lustiger Talk, in welchem Hucky dann einige wenige Anekdoten von seinem Werdegang uns Erlebnissen zum Besten gibt. Man schwelgt in alten Erinnerungen und passend zu seinen Erzählungen erscheinen im Hintergrund auf der großen Leinwand alle möglichen Fotos legendärer Bands und Musiker, die er fotografiert hatte. Es sind alle dabei und man kann sie gar nicht abschließend aufzählen, aber es waren Legenden in der Liga wie Ozzy, Dio, Metallica, Iron Maiden, AC/DC, Rolling Stones….

Man schwadroniert auch darüber, dass es Bands gab, die nie so richtig groß wurden wie andere, obwohl sie genauso geile Musik machten wie die heute berühmten Bands. Beispielhaft führt Hucky die Bands Phantom und Elegy an. Für ihn waren damals Phantom gleich stark wie Judas Priest und Elegy mindestens so gut wie Helloween. Hucky erzählte auch von seiner Arbeit bei diversen Magazinen von damals, wie Aardschock, Rock Power usw. Außerdem wäre er sogar ein halbes Jahr beim Metal Hammer gewesen und wäre dort als Chefredakteur angesprochen worden.

Ich möchte aber jetzt hier gar nicht so viel von den interessanten Geschichten erzählen, denn Hucky hat ein Buch veröffentlicht, in dem er seine ganzen Erlebnisse niedergeschrieben und mit seinen Fotos illustriert hat. Das habe ich mir schnurstracks gekauft und natürlich direkt die Gelegenheit genutzt und es mir von Hucky signieren lassen. Deshalb darf man hier bald die erste (und vielleicht einzige) Buchbesprechung von mir bei METALHEADs new stuff lesen, wo ich euch das Buch Kutte, Kamera & Rock ’n Roll näher vorstellen möchte.

MALEVOLENT

Wer dachte, dass die schwedischen Thrasher Mezzrow den ersten Tag hart begonnen haben, der wird beim zweiten Tag mit der Duisburger Band 𝐌𝐀𝐋𝐄𝐕𝐎𝐋𝐄𝐍𝐓 noch härter überrascht. 𝐌𝐀𝐋𝐄𝐕𝐎𝐋𝐄𝐍𝐓 knallen mit einer aggressiven Wucht los, die umgehend mein Ohrenschmalz zerbröselt, gar atomisiert. Die Ohren sind durch den musikalischen Sturm also umgehend freigepustet und bereit für den Tag.

Ihr orkanartiger Sound vermischt Thrash/Speed Metal mit Death-Metal-Einschlag ist wirklich krasser Scheiss. 𝐌𝐀𝐋𝐄𝐕𝐎𝐋𝐄𝐍𝐓 zeigen mit ihrem erbarmungslosen Sound keine Gnade, weder für die Fans, noch für die Instrumente. Der Sound war wild und ungestüm. Das gleiche gilt für die Band selber, die auf der Bühne an ihren jeweiligen Instrumenten völlig eskalierten. Wer noch eine Testband benötigt, um die Haltbarkeit von musikalischem Equipment zu testen, der sollte mal bei 𝐌𝐀𝐋𝐄𝐕𝐎𝐋𝐄𝐍𝐓 vorsprechen. Jedenfalls sind die Fans, welche schon recht zahlreich erschienen sind, angetan von der rohen blutige Schlachtplatte, die 𝐌𝐀𝐋𝐄𝐕𝐎𝐋𝐄𝐍𝐓 servieren. Man kann sich hier schon wieder direkt maximal den Nacken zerstören.

POWER SURGE

Es folgt ein musikalischer Break nach dem wütenden Angriff von MALEVOLENT. Ich vermute, dass nicht nur ich die Abwechslung dankbar angenommen habe. Ein wenig Erholung kann ja nicht schaden, vor allem in meinem Alter. 𝐏𝐎𝐖𝐄𝐑 𝐒𝐔𝐑𝐆𝐄 sind eine internationale Heavy-Metal-Band, gegründet 2024 von erfahrenen Musikern. Sie haben letztes Jahr ihr Debüt 𝙎𝙝𝙖𝙙𝙤𝙬𝙨 𝙒𝙖𝙧𝙣𝙞𝙣𝙜 veröffentlicht. Ich kannte die Band noch nicht, aber der Auftritt von 𝐏𝐎𝐖𝐄𝐑 𝐒𝐔𝐑𝐆𝐄 gefiel mir super.

Man hat ihnen deutlich angemerkt, dass sie allesamt erfahrene Musiker sind, denn die technisch anspruchsvollen Songs wurde einwandfrei umgesetzt und es war eine Freude ihnen zuzuhören. So habe ich das zumindest empfunden. Sänger Roko Nikolić hat eine super Stimme, mit denen er die Songs veredelt. Die Songs hatten jedenfalls neben ihrer schönen Melodik auch genügend harte Kante, um druckvoll rüberzukommen. Sehr positiv fällt mir auch der Lead-Gitarrist auf, der nicht nur fantastische Solos zaubert. Ich stehe auf Gitarrensolos. Außerdem bin ich von seiner Haarpracht fasziniert.

Sänger Roko hat dann eine interessante Idee, indem er seine Band zum Gesangskontest herausfordert. Man sieht seinen Bandmates die Vorfreude förmlich an. Sänger Roko macht es vor und seine Mitstreiter sollen es nachmachen. Die gesanglichen Leistungen sind….sagen wir mal recht unterschiedlich geraten. Das ist sehr amüsant und sorgt für Lacher. Ich würde dem Leadgitarristen am meisten Talent zusprechen. Dann dürfen wir als Publikum auch mal zeigen, was wir können. Und die Gemeinschaft kann sich auch hören lassen. Apropos „sehen lassen“… Nach dem Gig konnte man POWER SURGE am Merch-Stand sehen und die Fans sammelten sich dort zahlreich.

GRINDPAD

Tja, was soll ich zum Auftritt von 𝐆𝐑𝐈𝐍𝐃𝐏𝐀𝐃 sagen? Es beginnt wohl der verrückteste Gig des ganzen Abends. Als 𝐆𝐑𝐈𝐍𝐃𝐏𝐀𝐃 mit ihren Thrash-Kloppern loslegen, ist plötzlich die Hölle los. Circle Pits und Moshpits wurden im Akkord entfacht. Es ist, als hätte plötzlich der Blitz im Kulttempel eingeschlagen und die Fans von einem Moment auf den anderen elektrisiert und in Wallung gebracht. Die Fans gehen ab wie Duracel-Hasen (kennt die noch jemand von früher?). Es gab einfach kein Halten mehr! Absoluter Kontrollverlust!

Als 𝐆𝐑𝐈𝐍𝐃𝐏𝐀𝐃 dann noch zwei aufgeblasene Gummihaie ins Publikum schmissen, wurde es noch verrückter. Die Haie drehten bzw. flogen ihre Runden durch die Halle und man war ständigen Hai-Attacken ausgesetzt. Ein sehr witzige Idee! Der Basser von MALEVOLENT schnappte sich dann einen Hai und veranstaltete eine Crowd-Surfing-Runde durch das Publikum.

Ich muss an dieser Stelle mal den Sound loben, der mir generell gut bis sehr gut gefallen hat. Besonders gut gefällt er mir bei 𝐆𝐑𝐈𝐍𝐃𝐏𝐀𝐃 gefallen. Trocken, knackig und klar dröhnt es aus den Boxen. 𝐆𝐑𝐈𝐍𝐃𝐏𝐀𝐃 haben sich nicht geschont und alles rausgelassen, was ging. Die Fans feierten 𝐆𝐑𝐈𝐍𝐃𝐏𝐀𝐃 daher total ab. Viele von ihnen dürften nach dem Auftritt nassgeschwitzt gewesen sein. Das gleiche gilt auch für den Sänger, der den Flüssigkeitsverlust direkt auf der Bühne mit dem blonden isotonischen Getränk ausgleicht. Prost!

Die Überraschung des Abends

kommt dann vom Veranstalter Martin. Er ruft die Namen von drei Personen auf, welche bitte zu ihm auf die Bühne kommen mögen. Plötzlich sieht man drei überraschte Gesichter, die zur Newcomer-Band 𝐃𝐄𝐌𝐎𝐍 𝐃𝐑𝐎𝐖𝐍𝐄𝐑 gehören. 𝐃𝐄𝐌𝐎𝐍 𝐃𝐑𝐎𝐖𝐍𝐄𝐑 habe ich am 29.08.2025 bei der Live-Album-Release-Show von RAVENSTINE als Support gehört. 𝐃𝐄𝐌𝐎𝐍 𝐃𝐑𝐎𝐖𝐍𝐄𝐑 lassen sich schlecht kategorisieren. Ich empfand es als kraftvollen Heavy/Power/Viking Metal, teilweise mit Death Einschlag. Sängerin Vera schmettert gesanglich die gesamte Palette: kraftvolle cleane Vocals, auch mal sanft in höheren Stimmlagen, um dann aber auch mal mit düsteren Growls zu überzeugen.

Da stehen sie nun etwas ratlos auf der Bühne. Martin empfing sie mit einem Bierdeckel in der Hand. Er zeigt ihn Richtung Publikum mit einer beschrifteten Rückseite und kommentiert: „Hier habe ich den Vertrag für 𝐃𝐄𝐌𝐎𝐍 𝐃𝐑𝐎𝐖𝐍𝐄𝐑 aufgeschrieben, die ich hiermit einlade beim nächsten THRASH SPEED BURN FEST teilzunehmen.“ Daraufhin starrt das Publikum kurz in fassungslose Gesichter, die kurz danach den Ausdruck großer Freude offenbarten. Sie können es kaum fassen, aber sie sind dabei beim THRASH SPEED BURN FEST 2027. Und es wäre gar wunderbar, wenn sie bis dahin ihr Debütalbum veröffentlicht hätten.

BARK

Mit 𝐁𝐀𝐑𝐊 wird es anschließend sicherlich nicht ruhiger werden. „I’m Here For Rock ‚N‘ Roll“ heißt ein Song des Albums 𝙍𝙖𝙢𝙗𝙡𝙚𝙧 𝙊𝙛 𝘼𝙚𝙤𝙣𝙨 aus dem Jahr 2023. Im April 2025 Jahres kam ihr Zerstörungswerk 𝙏𝙝𝙚 𝙏𝙞𝙢𝙚 𝙃𝙖𝙨 𝘾𝙤𝙢𝙚 heraus. 𝐁𝐀𝐑𝐊 sind eine dunkle kraftvolle Macht aus Belgien, deren Sound man als eine Mischung von Groove Metal und Death ’n‘ Roll bezeichnen könnte. Die Songs sind böse und brutal.

Für 𝐁𝐀𝐑𝐊 gibt es nur eine Mission: Es geht nur nach vorn und keinen Schritt zurück! Sänger Ron Bruynseels hat eine rauhe, finstere Stimme hat, die mit einem Growlen gewürzt wird, das zwischen Rock’n’Roll und Metal pendelt. Ron ist ein echte Powerpacket und brennt von der ersten bis zu letzten Sekunde eine verdammt geile Show mit seiner Band ab. Er hat eine unglaubliche Bühnenpräsenz, die den Sound rein optisch nochmals auf ein anderes, intensiveres Level hebt.

Es gibt viele Fans im Publikum, die die Band deshalb nicht zum ersten Mal erleben wie ich aus einigen Gesprächen erfahren habe. Das kann ich völlig nachvollziehen, denn 𝐁𝐀𝐑𝐊 bieten einen schonungslos brutalen Abriss, der beeindruckend und umwerfend ist.

DEMON

𝐃𝐄𝐌𝐎𝐍 sind nun das krönende Finale eines grandiosen Events. 𝐃𝐄𝐌𝐎𝐍 sind mit einer langen Geschichte, die neben KILLER wohl die erfahrensten Musiker mit der längsten Historie bei dem Festival sind. 𝐃𝐄𝐌𝐎𝐍 sind eine englische Rock-/Metal-Band, die 1979 von Sänger Dave Hill und Gitarrist Mal Spooner gegründet wurde. Sie zählen zu den wichtigen Vertretern der New Wave of British Heavy Metal. Live sind sie bis heute präsent – zuletzt etwa beim Rock Hard Festival 2024 mit Klassikern wie „Night of the Demon“ und „The Plague“. Das letzte Album 𝙄𝙣𝙫𝙞𝙣𝙘𝙞𝙗𝙡𝙚 wurde 2024 veröffentlicht und kann ich jedem nur ans Herz legen, denn es ist toll.

Mit dem Hit „Night Of The Demon“ aus dem Jahre 1981 ging es dann auch los. Und live im Jahre 2026 klingt der Song noch mal besser. Ein toller Auftakt für eine Reise durch die beeindruckende Songhistorie. 𝐃𝐄𝐌𝐎𝐍 sind mit sechs Musikern angereist, wobei man den Mann an der Nord Stage Clavia (Stagepiano) leider am linken Rand der Bühne positionieren musste, so dass dieser etwas abseits des Geschehens auf der Bühne war. Aber Platz ist nun mal begrenzt.

𝐃𝐄𝐌𝐎𝐍 versprühen einen ganz besonderen Charme und zaubern eine fantastische Show auf die Bühne, die von den Fans begeistert aufgenommen wird. Es ist ein Genuss handwerklicher Musikkunst, die man nicht so oft zu sehen und zu hören bekommt. Man darf nicht vergessen, dass Sänger Dave 79 Jahre alt ist. Daher ist mein Respekt und die Bewunderung umso größer. Ich bin froh, dass ich so eine Legende live erleben durfte. Und auch die Band scheint den Auftritt genossen zu haben, denn wie ich im Nachhinein von Martin erfahren habe, würden 𝐃𝐄𝐌𝐎𝐍 wahnsinnig gerne nächstes Jahr wiederkommen, weil sie auch von den Fans im Kulttempel sehr angetan waren und die Stimmung super fanden.

Wenn ihr 𝐃𝐄𝐌𝐎𝐍 noch einmal live erleben wollt, dann müsst ihr Martin dabei unterstützen, denn leider hat Martin mit dieser Veranstaltung einen finanziellen Verlust eingefahren. Daher hat er eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um 𝐃𝐄𝐌𝐎𝐍 noch einmal einfliegen zu lassen. Er erklärt, dass die Band nicht so eine hohe Gage verlangt, aber die Fixkosten für so eine große Band mit 6 Bandmitgliedern sind extrem hoch. Es müssen Flüge, Hotelzimmer, Shuttle Bus, Übergepäck (Instrumente), Keyboard etc pp bezahlt werden.

Aktion DEMON zurück beim THRASH SPEED BURN 2027

Ich beende diesen Konzertbericht wie ich ihn begonnen habe:

Dankeschön für zwei großartige Tage beim THRASH SPEED BURN FEST 2026!


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