Ein Vorwort

Der Kulttempel Oberhausen ist mal wieder mein Ziel, denn heute lassen es THE TROOPS OF DOOM und RUTHLESS dort gewaltig krachen. Ich habe die Bands noch nicht live erlebt, aber auf Martin Sosna als Veranstalter kann man sich blind verlassen. Der lässt in der Hinsicht nix anbrennen und lädt nur Bands ein, die er persönlich schon mal erlebt hat. Ich gehe allerdings mit etwas gemischten Gefühlen dorthin, denn der Vorverkauf für dieses Event lief schleppend, so dass sogar im Raume stand, das Event abzusagen, obwohl Martin das eigentlich nie in Erwägung zieht. Doch es geht dabei auch um finanzielle Risiken. Damit ging Martin auch sehr offen auf Social Media um.

Doch mit Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung von ALLEN Beteiligten hatte Martin sich dazu entschlossen die Sache durchzuziehen. Alle waren bereit finanziell Abstriche zu machen, um das finanzielle Risiko für Martin zu reduzieren. Damit sind Management, Bookingfirma und Bands gemeint. Sogar der Kulttempel selber war bereit auf sein Hallenmiete zu verzichten, sollte es ganz schlecht laufen. Da kann man mal sehen, wie stark die Szene zusammensteht. Ich finde das wunderbar, denn es wäre wirklich schade gewesen, zwei so tolle Bands nicht sehen zu können. Also ein großes Dankeschön an alle Beteiligten.

Denn THE TROOPS OF DOOM & RUTHLESS

sind absolute Top-Bands, die man hier in Deutschland nicht alle Tage zu sehen bekommt. Daher ist es für mich unverständlich, dass der Vorverkauf nicht so richtig in Schwung kam. Aber drauf geschissen… ich freue mich heute auf die Bands und Fans, die sich diese Bands nicht entgehen lassen und mit mir zusammen dort die Hütte brennen lassen. Damit genug des Vorwortes meinerseits….

Der Konzertabend

So, ich bin wieder nach Hause zurückgekehrt. Und ich bin tuto finito oder kompletto kaputto! Mein Nacken ist zerstört. Aber erst einmal von vorne. Nach meiner Ankunft am Kulttempel stellte ich fest, dass der Parkplatz gar nicht mal so leer war. Und während ich noch auf die Öffnung des Tempels wartete, füllte sich der Parkplatz mehr und mehr. Auf fußläufig strömten einige herbei. So entstand eine ansehnliche Schlange vor dem Einlaß. Dies stimmte mich schonmal positiv. Ich schätze die Besucherzahl im Ergebnis auf ca. 120 Personen, was ja gar nicht soooo schlecht ist.

Der Ruhrpott ist stets durstig. An diesem Abend gestaltete sich ausnahmsweise die Getränkebeschaffung vor dem Konzertstart etwas langwieriger, weil nur eine Thekenkraft für den Ausschank da war. Dazu muss man sagen, dass man im Vorfeld bei der Personalplanung vermutlich von weniger Besuchern ausging. Michaela lies sich aber nicht aus der Ruhe bringen und fertigte die durstige Meute mit professioneller Gelassenheit nach und nach ab. Und ich finde, dass man dann halt auch mal ein wenig Geduld aufbringen kann. Später entspannte sich die Situation aber und die Rudelbildung an der Theke verringerte sich.

RUTHLESS

RUTHLESS betreten die Bühne und es geht los! Die fünf Männer sollen also die Meute für den Abriss von THE TROOPS OF DOOM aufheizen. Und dies machen sie wirklich hervorragend. Mir fällt gleich wieder der gewohnt gute Sound im Kulttempel auf. Dafür geht dann auch mal ein Dankeschön an Frank raus, der an diesem Abend an den Soundreglern gezaubert hat. Ein satter druckvoller Sound und trotzdem noch differenziert wahrnehmbar. So kommen die recht abwechslungsreichen Songs von RUTHLESS echt gut zur Geltung.

RUTHLESS haben ein ansprechendes Repertoir zu bieten. Ihre Songs pendeln so zwischen knackigem Heavy Metal, der auch mit schnellen Attacken fulminante Angriffe startet. Das aktuelle Album Curse Of The Beast ist noch ganz frisch. Es wurde am 17. Juli veröffentlicht. Ein erstklassiges Album (Review). Doch zunächst schmetterten RUTHLESS den alten Klassiker „Gates Of Hell“ und damit hatten sie mich sofort bei den Eiern. Geiler old school Metal, der auch in der heutigen Zeit immer noch zündet. Das Publikum war ebenfalls sehr angetan.

Sänger Sammy lässt keinen Zweifel daran, dass er sein Handwerkt versteht. Mit starker Stimme und guter Technik bringt er gesangliche Klasse und Energie in die Songs. Anschließend folgt dann mit „Metal Without Mercy“ ein Midtempo-Banger aus frühen Zeiten. Danach knallt es mit „Berserker“ vom aktuellen Album heftger aus den Boxen und es kommt wieder mehr Bewegung in das Set. Das Set setzt sich dann im folgenden aus Songs von Curse Of The Beast und Discipline Of Steel (1986) zusammen. Das Album The Fallen (2024) lässt man komplett unter den Tisch fallen.

Aber die Setlist ist wirklich ne gute Mischung und RUTHLESS bieten ne klasse Show. Einer der Höhepunkte war auf jedenf Fall auch der Titeltrack „Curse Of The Beast“, welcher mich auch live richtig unter Feuer gesetzt hat. Nach dem Gig fange ich diverse Meinungen der Fans ein, die begeistert sind. Viele kannten die Band nicht und ich bin mir sicher, dass RUTHLESS einige neue Fans gewonnen haben. Jedenfalls war am Merch Stand anschließend gut was los und die Band stattete dort ebenfalls einen Besuch ab. Auch ich lies es mir die Gelegenheit nicht entgehen, mir ein signiertes Vinyl-Exemplar des neuen Albums zu sichern. Es gibt keine direktere Art und Weise die Bands zu unterstützen.

THE TROOPS OF DOOM

Nun erwartete ich mit THE TROOPS OF DOOM nichts weniger als die Entfesselung höllischer Dämonen. Sie hatten ja bereits einen Auftritt im Kulttempel Oberhausen, der für absolute Begeisterung bei den Fans sorgte. Und nachdem ich diesen Auftritt nun selber erlebt hatte, kann ich das vollumfänglich nachvollziehen.

Auf der Hinfahrt habe ich mir noch das Album Antichrist Reborn reingezogen. Ein unfassbar geiles Album, dass dich einfach nur zerfetzt. Und dies war auch das Motto des Gigs von THE TROOPS OF DOOM. Sie zögerten keinen Moment und ballerten ohne Gnade drauflos. Mit „The Devil’s Tail“ waren sie direkt auf Vollgas und prügelten alle windeleich. Rüdes Gebolze in atemberaubenden Tempo, das auch mit „Chapel Of The Unholy“ nicht weniger werden sollte. Puhhh… das versprach ein schweißtreibender Abend zu werden. An dem Abend gab es nur Auswahl zwischen…

Zerstörung und Vernichtung.

Für diese Mission bedienten sich THE TROOPS OF DOOM einer Auswahl Songs, die einen Querschnitt ihres bisherigen Schaffens bildeten. Darin enthalten waren Sons wie z.B. „Bestial Devastation“, „The Rise Of Heresy“, „Dethroned Messiah“ und zum Abschluss durfte natürlich der Song „The Troops Of Doom“ nicht fehlen. Insgesamt ballerten sie 12 Songs den Fans um die Ohren.

Sehr geil fand ich auch das Drumsolo. So etwas habe ich schon ewig nicht mehr gehört. Umso erfreuter war ich über die Show von Drummer Alexandre Oliveira, der wirklich ne richtige Wildsau in der Schießbude ist und mit viel sichtbarem Feuereifer bei der Sache war.

Dann wäre noch Frank Blackfire, dem man dankbar sein muss. Denn er ist als Gitarrist für die Tour eingesprungen. Meiner Meinung nach passt Blackfire super in das Bandgefüge und legte erwartungsgemäß ne geile Performance ab.

Jairo Guedz (1985+1986 Gitarrist bei der legendären Thrash-/Death-Metal-Band Sepultura) machte ebenfalls einen sehr sympathischen Eindruck und richtete zwischendurch sogar noch einige nette und dankende Worte an die anwesenden Fans. Ich traf ihn nach dem Gig sogar noch kurz an der Bar und konnte kurz einige nette Worte wechseln bis wir uns mit Shakehands verabschiedeten.

Alex Kafer lies sich auch nicht lumpen und schonte sich selber überhaupt nicht. Seine Doppelrolle als Bassist und Sänger füllte er grandios aus und entertainte gleichzeitig das Publikum. THE TROOPS OF DOOM rockten also nicht einfach nur ihre Setlist ab, sondern haben das Publikum immer wieder eingebunden und aufgefordert Stimmung zu machen.

Dem kamen die Fans nach und die Stimmung war tatsächlich echt gut. Da kann man nicht meckern. Allerdings muss man auch sagen, dass diese Bands eine viel größeres Publikum verdient hätten. Und prinzipiell habe ich mir zwar den Nacken vortrefflich zerstören können, aber THE TROOPS OF DOOM sind ein Wirbelsturm, ein vernichtendes Thrash Feuer, das eigentlich ständig den Moshpit zünden müsste. Doch das war an dem Abend nicht zu machen. Also Stimmung gut, Eskalation Fehlanzeige! Wenigstens fand ich noch einen Mitstreiter vorne an der Bühne, mit dem ich zusammen gepflegt „ausrasten“ konnte.

Nach dem Gig suchte die Band noch den Merch Stand auf und signierte fleißig Vinyls oder CDs. Auch für Fotos mit den Fans waren sie sich nicht zu schade. Mir geriet Alex Kafer in die Fänge und er war sofort für ein Foto bereit.

Also insgesamt kann ich resümieren, dass es ein megastarker Abend war. Die Bands haben hervorragend abgeliefert und waren äußerst sympathisch in dem Kontakt zu den Fans. So wünscht man sich das und das ist es, was ich an solchen Clubkonzerten so schätze. Die Nähe zu den Bands kann man nirgendwo so spüren und erleben wie dort. Natürlich habe ich mir von THE TROOPS OF DOOM auch noch ne signierte Vinyl besorgt.


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