PLATTENBAU SCHERMBECK

PLATTENBAU SCHERMBECK

Gastbeitrag

Martin Sosna

Adresse: Massenstrasse 89, 46514 Schermbeck
Parkmöglichkeiten: Direkt vor dem Laden kostenfrei
Sortiment: Riesig. Bunt gemischt. Große Auswahl an Rock und Metal
Beratung: sehr gut
Preise: Fair/Discogs orientiert
Öffnungstage: Dienstag – Samstag
Webseite: www.plattenbau.nrw


Mein erster Besuch im Plattenbau Schermbeck war noch vor der Pandemie. Da war der Laden in Dorsten in der Nähe von Fürst Leopold zu finden. Damals schon hatte man den Eindruck, dass die rund 100m² viel zu klein sind. Inzwischen ist der Plattenbau als einer der Sieger der Pandemie nach Schermbeck umgezogen und auf gut 400m² Ladenfläche zuhause. Hier ist ein echtes Tonträger-Paradies entstanden.

Wenn du hier ohne Platte rausgehst, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Nicht nur Tonträger, auch T-Shirts, Taschen oder andere Fanartikel sind immer wieder in den Vitrinen im Laden zu finden. Ob es rare Boxen oder auch alte Musikmagazine sind…

Es gibt nichts, was hier nicht zu finden ist.

Der Keller ist voll mit Sonderangeboten aus dem Vinyl und CD Bereich. Hin und wieder gibt es selbst auf dieses Sortiment noch einmal einen fetten Rabatt. Wer gar keinen Plattenspieler hat: Hier kannst du ihn kaufen, ebenso den HighEnd-Verstärker oder auch Boxen. Die Metal Sparte ist im Laden inzwischen extrem beachtlich angewachsen und neben der Rock Kategorie eine der stärksten.

Das soll aber nicht die anderen Bereiche wie Schlager, Pop, Gothic, Alternative etc. schmälern. Als „legendär“ wird der Plattenbau allerdings unter den „Single Sammlern“ gehandelt. Hier geht das kleine schwarze Gold, mitunter in ganzen Kisten aus dem Laden raus und verschwindet in die große weite Welt der Jukeboxen.

Alle Bereiche haben eine sehr starke Sortierung und das Sortiment wechselt sich sehr schnell und regelmäßig durch. Die Preise sind fair gehalten und an der Kasse kann man dann auch schon mal bei „Chefverkäufer“ Rene einen Rabatt raus handeln. Frech werden, sollte man allerdings nicht! Dazu Rene:

Klar, man kann immer noch mal was am Preis machen. Das fällt uns bei gebrauchten Tonträgern leichter, als bei Neuware. Die Neuware ist im Einkauf inzwischen so teuer, dass du kaum noch einen Rabatt zulassen kannst. Die Neuware muss man auch mehr als einen „Service“ am Kunden verstehen.

Der Plattenbau ist inzwischen auf vier Mitarbeiter und wechselnden Aushilfen/Praktikanten angewachsen, da der Laden sich im Laufe der Jahre durch Discogs, Ebay und Co sehr stark Online aufgestellt hat: Inhaber Heinz Bernd Toens:

Ein reines Ladengeschäft wäre sicherlich auch machbar. Allerdings kaufen wir mitunter so viel Ware an, dass wir durch den Online Verkauf einen viel schnelleren Absatz erzielen können. Dafür braucht es dann aber auch „Manpower“, welche die Sachen entsprechend einstellt. Da gehen jede Woche etliche hunderte Pakete zur Post. Zuletzt haben wir einen kompletten Laden in Bocholt aufgekauft. Der Inhaber war leider plötzlich verstorben und es lag nahe, das man alles in „Bausch und Bogen“ verkauft. Jetzt ist „Hanna Music“ ein Teil vom Plattenbau Schermbeck und viele Kunden aus Bocholt nehmen den Weg auf sich und kommen zu uns nach Schermbeck.

Im Plattenbau selbst finden regelmäßig kleine Events statt, so wie Lesungen, Comedy Veranstaltungen, Plattenpräsentationen oder einfach nur kleine „Stammtische“, bei denen sich Kunden treffen und austauschen können. Da ist eine kleine aber feine „Community“ entstanden. Demnach ist der Umgang im Laden auch sehr höflich und freundlich. Nicht selten kann es zu Gesprächen führen, wo man sich dann untereinander austauscht. Ansonsten ist auch ein ruhiges durchwühlen durch die Tonnen an Tonträgern möglich.

Nicht wundern, wenn ihr auf einmal gefragt werdet, ob ihr etwas zu trinken haben möchtet: Das ist ein Service vom Hause, da man selten nur 5 oder 10 Minuten in dem Laden zu Gast ist. Im Hintergrund läuft grundsätzlich Musik und auch hier gibt es das eine oder andere für die Ohren zu entdecken. Was gibt es noch zu sagen?

Der Plattenbau hat mit PBSRecords sein eigenes Label

auf die Beine gestellt und die ersten beiden Veröffentlichungen an den Start gebracht. Ebenso ist das Vinylcafé Dorsten ein Ableger vom Plattenbau Schermbeck.

Betreiber Heinz betreibt beide Läden mit viel Herzblut und holt regelmäßig echte Perlen wie Jutta Weinhold, Nitrogods, Cherry Currie, Liv Kristine und Co nach Dorsten. Wer einem tristen Wintertag entfliehen möchte, um sich neue Musik zuzulegen, dem sei der Plattenbau eindringlich empfohlen.

Bilderquelle: Außenansicht Plattenbau + Foto mit Caps –>Homepage Plattenbau/Sonstige Impressionen–>Martin Sosna/Außenansicht Vinylcafé–>Baalphemor


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