Genre: Thrash Metal
Release: 01.05.2026
Label: independent

Es gibt Bandnamen und es gibt Bandnamen! Aber manche sind so abgedreht, dass man einfach lachen muss, wenn man sie hört. An erster Stelle gehört da bei mir ganz klar die Band Eisenpimmel. Doch auch 𝐏𝐀𝐕𝐈𝐀𝐍𝐀𝐒𝐒 gehören zu der Sorte Bandnamen, die schon ein kräftiges Schmunzeln auf das Gesicht zaubern.

Tja, was könnte eine Band für Musik spielen, die nach dem knallroten Hinterteil einer gefürchteten Affengattung benannt ist? Na dann schaue ich mir mal das Album-Cover an und sehe folgendes: Ein Pavian schüttet gerade ne Kanne Bier in sich rein, während er an einem sonnigen Tag geschwind einen Strandabschnitt absperrt. Auf dem Absperrband steht 𝘼𝙡𝙘𝙤𝙝𝙤𝙡 𝘼𝙧𝙚𝙖. Ich spüre geradezu die tiefere Bedeutung des Cover-Artworks, aber ich kann es noch nicht ganz greifen. Vielleicht kann mir die Tracklist weiterhelfen und die entscheidenden Hinweise liefern.

Allerspätestens jetzt wird es sehr klar, worum es thematisch geht. Die deutschen Songtitel lassen keine Zweifel und bestätigen die Erwartungen. Hier wird anspruchsvolle lyrische Dichtkunst in Form rhythmischer Tanzmusik geboten. Versprechungen dahingehend machen schon Songtitel wie:  „Alcohol Lovestory“, „Thrash, Pussys & Bier“ oder „Dreckig, Hart & Wild“! Angesichts derart poetischer Titel sind die Erwartungen entsprechend hoch und ich muss mich mental erst einmal vorbereiten und öffnen. Solch anspruchsvolle Kunst braucht einen freien Geist, um sie ungefiltert aufnehmen zu können. Als mal schnell an den Kühlschrank, Kanne raus, der Kronkorken fliegt und erst einmal einen kräftigen Schluck vom goldenen Saft.

Schon nach den ersten Tönen bin ich im Rausch. Die Affenärsche ballern mich einfach weg. Was ist da los? Wegballern ist genau das richtige Wort, denn die sieben Songs prügeln sich unablässig durch die Gehörgänge und biegen meine kleinen Ohrhärchen unerbittlich wie Palmen im Sturm. Vor zwei Monaten gab es die erste Single „Vaporizer“ auf die Ohren. Knallhart auf die Zwölf hämmert der Song unablässig mit unbändiger Energie. Die Breakdowns kommen gut rüber und bringen einen fetten Groove ins Geschehen ein, das mit einem ausgiebigen fetzigen Solo verziert wird. Also handwerklich ist das schon echt solide. Ist vielleicht der progressivste Song auf dem Album…hahahaha.

„Dreckig, Hart & Wild“ bringt es auf den Punkt: Einfach mal abschalten, den ganzen Scheiss um sich herum ausblenden und einfach mal Party machen. Der Song hat ne fetzige Punk-Attitüde und auch das feurige Gitarrensolo macht gut was her. Generell geht bei allen Songs von 𝐏𝐀𝐕𝐈𝐀𝐍𝐀𝐒𝐒 der Punk ab, aber manche fetzen dann doch noch ne Spur mehr als andere. „Thrash Bier“ und „Biermuda“ trommeln z.B. alles in Schutt und Asche.

Bei den deutschen Texten und dem Sound muss ich unweigerlich auch an Tom Angelripper (Sodom) denken, der alias Onkel Tom damals einige Alben mit viel Promillegehalt produziert hatte. Aufgrund des Härtegrades drängen sich Tankard noch mehr als Vergleich auf, die in ihrer Diskografie schon reichlich alkoholschwangere Thrash Granaten rausgehauen haben, halt nur in englischer Sprache.

Sicherlich ist es hier in Deutschland von Vorteil, wenn gerade solche Partybanger mit deutschen Texten rausgebrüllt werden. „Mit drei Promille liegen wir am Strand, in jeder Ritze klebt uns der Sand. In jedem Arm haben wir ein Luder, wir machen Urlaub in Biermuda„. Die tiefere Bedeutung dieser Poesie wird vielleicht nicht immer direkt deutlich und hat sich mir bisher auch noch nicht ganz erschlossen. Aber es wird sie geben… die Botschaft zwischen den Zeilen… ich bin mir sicher!

Huch…. was höre ich beim letzen Song „Drink Up“? Tatsächlich werde ich noch überrascht, denn ich höre eine Western-Gitarre und der Sound wird zu einer rockigen Trinkanimation. Und dazu noch englische Lyrics…. Wie soll ich das verarbeiten? Na zum Glück sind die Lyrics mit „Drink, Drink, Drink“ recht schlicht gehalten. Manchmal bedarf es nicht vieler Worte, um alles auszudrücken. Der Sound ist echt cool und klingt wie ein Sauf-Rodeo…. Also immer schön im Sattel halten und ab geht’s.

Fazit

Beavis & Butthead hätten 𝐏𝐀𝐕𝐈𝐀𝐍𝐀𝐒𝐒 vergöttert! Auf dem Album 𝘼𝙡𝙘𝙤𝙝𝙤𝙡 𝘼𝙧𝙚𝙖 haben die drei Jungs von 𝐏𝐀𝐕𝐈𝐀𝐍𝐀𝐒𝐒 nicht viel zu sagen, aber davon genug! Und das mit einer guten Portion Humor und Leck-Mich-Am-Arsch-Du-Scheiss-Welt-Einstellung. Man reduziert sich bewusst und zielstrebig auf den Partymodus und gibt auf dieser heiligen Mission einfach alles.

Und ich bin der Meinung, dass es auch solche Alben geben muss, die allen Scheiss ausblenden und nur plump den Partymodus einschalten. Wenn dies noch im mitreißenden Metal-Modus eskaliert, fühle ich mich super unterhalten und ich danke 𝐏𝐀𝐕𝐈𝐀𝐍𝐀𝐒𝐒 dafür, dass wir mit diesen Kracher-Songs einfach von vorne bis hinten die Sau rauslassen können: DRECKIG, HART UND WILD!

  1. Alkohol Lovestory (04:36)
  2. Thrash, Pussys & Bier (03:38)
  3. Thrash Bier (02:27)
  4. Vaporizer (04:56)
  5. Biermuda (03:25)
  6. Dreckig, Hart & Wild (03:57)
  7. Drink Up (03:25)

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