click here for english review
Genre: Progressive Death Metal
Release: 16.10.2026
Label: WillowTip Records

Im August bin ich auf die hochinteressante Death-Metal-Band 𝐈𝐀𝐏𝐄𝐓𝐔𝐒 aufmerksam geworden. Ihr neues Album 𝙏𝙝𝙚 𝙈𝙤𝙩𝙝𝙚𝙧 𝙑𝙤𝙞𝙙 („Die mütterliche Leere“) erscheint am 16. Oktober über Willowtip Records. Neben dem Kern-Duo Matthew Cerami und Jordan Navarro ist auf der Platte Fabienne Erni (Eluveitie) als Gastvokalistin zu hören. Zudem wirken weitere namhafte Gastmusiker mit – darunter Schlagzeuger Brody Taylor Smith (Invent Animate), Gitarrist Benji Baret (Ne Obliviscaris) und Sänger Frank Harper (Caelestra).

Zum lyrischen Inhalt erklärt die Band:

𝙏𝙝𝙚 𝙈𝙤𝙩𝙝𝙚𝙧 𝙑𝙤𝙞𝙙 ist die Geschichte einer Mutter und eines Sohnes, der Menschheit und des Kosmos; vom Gefühl, zum Scheitern verurteilt zu sein in einer Welt, die auf Zerstörung ausgelegt ist. Es ist ein Konzeptalbum, das als Ganzes erlebt werden will – der Abschluss einer Album-Trilogie, die sich dem Spannungsfeld zwischen sterblicher Existenz und unsterblichem Kosmos widmet. Es ist unser bislang persönlichstes Werk; sein Umfang wird nur von der Leidenschaft übertroffen, die seine Entstehung begleitete. Wir kämpfen uns heraus aus 𝙏𝙝𝙚 𝙈𝙤𝙩𝙝𝙚𝙧 𝙑𝙤𝙞𝙙.

Das Album hat epische Ausmaße: Die Schallmauer von einer Stunde wird locker durchbrochen – und das mit insgesamt sieben Tracks, wovon allerdings nur fünf eigenständige Songs sind. Damit setzt 𝙏𝙝𝙚 𝙈𝙤𝙩𝙝𝙚𝙧 𝙑𝙤𝙞𝙙 die Tradition der Vorgängeralben fort. Das Debüt The Long Road Home zeigte bereits deutlich das Talent für überdimensionales Songwriting, während der Gesang für meinen Geschmack noch etwas eindimensional geriet. Dies verbesserte sich ein wenig – neben der Produktion – mit dem zweiten Teil The Body Cosmic: Hier experimentierte erstmals mit weiblichem Gesang, um dem Sound mehr Facetten zu schenken. Das Songwriting wirkte deutlich harmonischer bzw. ausgereifter als beim Erstling und legte die Messlatte weit höher.

Es dürfte damit klar sein, dass auch 𝙏𝙝𝙚 𝙈𝙤𝙩𝙝𝙚𝙧 𝙑𝙤𝙞𝙙 als Abschluss der Trilogie nichts für den schnellen Genuss ist; solche gewaltigen Kompositionen wollen nicht nur gehört, sondern erlebt werden. So wirkt bereits das mystische Intro mit Fabiennes Gesang äußerst passend, um die gewaltigen Dimensionen der anstehenden Reise zu erahnen, ehe sie mit dem Titeltrack „The Mother Void“ endgültig eingeläutet wird.

Und wie sie eingeleitet wird! Blastbeats brechen mit aller Gewalt hervor, während sich mächtige Riffs voller Härte und epischer Melodielinien darüberlegen. Das versprüht einen wilden, infernalischen Black-Metal-Charakter, der sich mit den schreienden Male Vocals noch weiter intensiviert. Die Vocals von Matthew Cerami fügen sich zwar mittlerweile besser im Sound ein, aber er klingt immer noch limitiert in seinem Ausdruck. Es hat häufig etwas von einem aggressiven Bellen. Lediglich meine Wahrnehmung und nur ein kleiner Kritikpunkt meinerseits.

Nach dem wütenden und zerfetzenden Einstieg folgt ein konsequenter Break und lässt den Hörer in eine melancholisch-ruhige Oase fallen: Hier erschafft Gastsängerin Fabienne mit maximal gefühlvollem Gesang eine ganz eigene Klangwelt. Weniger zerstörerisch, aber nicht minder faszinierend. Und genau solche Wendungen machen 𝐈𝐀𝐏𝐄𝐓𝐔𝐒 aus: Diese Musik hört man nicht einfach nebenbei, man muss sich ihren unterschiedlichen Atmosphären bewusst hingeben.

Gekonnt fließen nach und nach die harschen männlichen Vocals wieder ein, untermalt von melodischen Gitarrensoli, bis der Song erneut an Fahrt aufnimmt und sich zu einem Orkan entwickelt, der schließlich alles zu einem epischen Gesamterlebnis vereint. Was für ein fulminanter Einstieg in dieses Album!

Mit diesem Rezept erschaffen 𝐈𝐀𝐏𝐄𝐓𝐔𝐒 ihr ganz eigenes Klanguniversum, das sich kohärent durch das Album zieht. Bereits beim Titeltrack zeigte sich, dass Fabienne nicht nur in den ruhigeren Phasen funktioniert, sondern auch mit einem massiven instrumentalen Sturm mühelos klarkommt. Dies wird beim Track „Aniara“ noch weiter auf die Spitze getrieben: Die martialische Instrumentierung sowie die männlichen und weiblichen Gesangsparts greifen wunderbar ineinander.

So werden die ersten sechs Minuten zu einem kosmischen Sturm, der mit viel wirbelnder Kraft alles in Schutt und Asche legt. Dann kehrt für zwei Minuten Ruhe ein, in der Fabienne die Szenerie mit ihrem wundervollen Gesang verzaubert, ehe das Unheil wieder hereinbricht. Es schließt sich eine ausgiebige, meditative Passage an, die für spürbare Entspannung sorgt – allerdings nur so lange, bis die musikalische Härte erneut entfesselt wird. Gegen Ende tauchen schließlich noch männliche Clean-Vocals auf, die sich gegen den tosenden Sturm behaupten.

Mit diesem Rezept erschaffen 𝐈𝐀𝐏𝐄𝐓𝐔𝐒 ihr eigenes Klanguniversum, das sich koheränt durch das Album zieht. Bereits beim Titeltrack zeigte sich, dass Fabienne nicht nur in den ruhigeren Phasen funktioniert, sondern auch mit einem massiven instrumentalen Inferno klarkommt. Dies wird beim Track „Aniara“ noch weiter auf die Spitze getrieben. Das Zusammenspiel zwischen martialischer Instrumentierung und den männlichen und weiblichen Gesangsparts greifen gut ineinander.

So werden die ersten sechs Minuten zu einem kosmischen Sturm, der mit viel wirbelnder Kraft alles in Schutt und Asche legt. Für zwei Minuten kehrt Ruhe ein und Fabienne versüßt diese Momente mit ihrem wundervollen Gesang, bevor das Unheil wieder hereinbricht. Es folgen noch meditative Momente und auch männliche Clean-Vocals sind zwischendurch zu vernehmen, was ich als wohlklingende Bereicherung wahrnehme.

„Red Giant“ wurde ebenfalls vorab als Single veröffentlicht. Hier möchte ich als Besonderheit das Augenmerk auf die zweite Hälfte des Songs ab der siebten Minute lenken: Dies ist der Moment, in dem Gastsänger Ethan Navarro den ansonsten sehr kraftvollen Song in einen warmen, anschmiegsamen Mantel kleidet. Fabienne steigt später dezent mit ein, was die Atmosphäre nochmals intensiviert, ehe sie im majestätischen Finale des Songs schließlich das gesangliche Zepter übernimmt.

Jetzt steht der dickste Brocken an: „TON“ geht über eine Distanz von fast 19 Minuten. Der Song entfesselt zunächst einen echten Tornado, in dem sich Gastsänger Frank Harper beweisen muss. Und das gelingt ihm außerordentlich gut und ich bin froh, dass er später im Song noch einmal auftaucht. Fabienne ist ebenfalls zu hören, nimmt in diesem Track jedoch eine etwas kleinere Rolle ein. Ganz irre wird es ab der sechsten Minute, in der man mit einem krassen, verrückten Gitarrensound beschallt wird. Ein spektakulärer Moment, der nicht lange andauert, aber so wervoll ist.

So irre wird es beim fast fünfminütigen „The World Be Undone“ jedenfalls nicht. Mit diesem Song findet die Reise einen überraschend versöhnlichen Abschluss – zumindest wenn man die Urgewalt der übrigen Tracks berücksichtigt. Fabienne und Ethan Navarro werden in einem zarten Duett lediglich von akustischen Gitarrenklängen begleitet. Das ist toll gesungen, wie ein stimmlicher zarter Schleier, aber ehrlicherweise hätte es diesen Ausklang für mich nicht gebraucht. Der Song fügt sich im Gesamtkonzept nicht so recht ein und sorgt für einen eher langweiligen Abschluss.

Fazit

Mit 𝙏𝙝𝙚 𝙈𝙤𝙩𝙝𝙚𝙧 𝙑𝙤𝙞𝙙 liefern 𝐈𝐀𝐏𝐄𝐓𝐔𝐒 ein ambitioniertes und monumental aufgebautes Album ab, das die Stärken der Band auf ein neues Level hebt. Der deutliche Qualitätssprung in der Produktion, das gewohnt epische Songwriting und insbesondere die eingewobenen gesanglichen Gastbeiträge machen die Platte zu einem echten Erlebnis für Liebhaber von komplexem, atmosphärischem Extreme Metal. Fabienne Erni schenkt mit ihrem fabelhaften Darbietungen den Songs eine besondere Note, die die Songs noch größer werden lässt. Aber auch die Leistungen von den anderen Gastsängern sind nicht gering einzuschätzen, denn auch sie tragen zum maßgeblich zum eindrucksvollen Erlebnis bei. Jedoch lassen sich im Gesamtverlauf der hervorragend arrangierten Songs die einen oder anderen Längen und Wiederholungen nicht ganz leugnen. Aber das sind nur marginale Randerscheinungen auf einer großartigen musikalischen Reise.

  • Parturition (1:40)
  • The Mother Void (12:54)
  • Aniara (17:12)
  • Red Giant (11:58)
  • Énouement (1:51)
  • TON (18:43)
  • The World Be Undone (4:54) 

Matthew Cerami: Vocals, Guitars, Bass, Arrangements.

Jordan Navarro: Guitars, Keys, Drum Arrangements.

Guest Vocals: Fabienne Erni (Eluveitie, Illumishade), Ethan Navarro.

Additional Vocal Arrangements by: Fabienne Erni, Hana Iman.

Drums performed by: Brody Taylor Smith

Additional Synths + SFX: Mark Lazeski

Guest Guitar Solo on “TON”: Benjamin Baret (Ne Obliviscaris).

Guest Vocals on “TON”: Frank Harper (Caelestra).

Quelle: ClawHammer Pr

english version

Genre: Progressive Death Metal
Release: 16.10.2026
Label: WillowTip Records

In August, I came across the highly interesting death metal band 𝐈𝐀𝐏𝐄𝐓𝐔𝐒 . Their new album, 𝙏𝙝𝙚 𝙈𝙤𝙩𝙝𝙚𝙧 𝙑𝙤𝙞𝙙 , will be released on October 16 via Willowtip Records. Alongside the core duo of Matthew Cerami and Jordan Navarro, the record features Fabienne Erni (Eluveitie) as a guest vocalist. Additionally, other notable guest musicians contribute to the release—including drummer Brody Taylor Smith (Invent Animate), guitarist Benji Baret (Ne Obliviscaris), and vocalist Frank Harper (Caelestra).

In terms of lyrical content, the band explains:

The Mother Void is the story of a mother and a son; of mankind and the cosmos; of feeling destined to failure in a world designed to destroy. It is a conceptual record, meant to be digested in whole; the conclusion to a trilogy of albums dedicated to the tension between mortal existence and immortal space. It is our most personal record to date, and its scope is mirrored in size only by the passion that accompanied its creation. We claw from The Mother Void.

𝙏𝙝𝙚 𝙈𝙤𝙩𝙝𝙚𝙧 𝙑𝙤𝙞𝙙 has epic proportions: breaking through the one-hour mark with ease—and doing so with a total of seven tracks, of which only five are standalone songs. In doing so, The Mother Void carries on the tradition of its predecessors. The debut The Long Road Home already clearly demonstratedthe band’s talent for monumental songwriting, while the vocals still felt a bit one-dimensional for my taste. This improved slightly—alongside the production quality—with the second installment, The Body Cosmic: here, they experimented with female vocals for the first time to lend more depth to their sound. The songwriting felt significantly more harmonious and mature than on their debut.

It should thus be clear that 𝙏𝙝𝙚 𝙈𝙤𝙩𝙝𝙚𝙧 𝙑𝙤𝙞𝙙, as the final chapter of the trilogy, is nothing for a quick fix; such massive compositions aren’t meant to merely be listened to, but to be truly experienced. Even the mystical intro featuring Fabienne’s vocals feels remarkably fitting to hint at the vast dimensions of the journey ahead, before it is officially set in motion by the title track „The Mother Void“.

Blast beats erupt with utter force, while massive riffs—packed with heavy intensity and epic melodic lines—layer over top. It exudes a wild, infernal black metal character that intensifies even further when the harsh male vocals enter the fray. While Matthew Cerami’s vocals blend better into the sound these days, his vocal range still feels somewhat limited. It often comes across as an aggressive bark. That’s merely my personal impression, though, and only a minor point of criticism on my end.

After the furious and shattering opening, a decisive break follows, letting the listener drop into a melancholic, peaceful oasis. Here, guest vocalist Fabienne crafts a soundscape all her own with profoundly soulful vocals. Less destructive, but no less captivating. Skillfully, the harsh male vocals weave back into the mix, underscored by melodic guitar solos, until the song picks up momentum once again and surges into a hurricane that ultimately unites everything into an epic overall experience. What a brilliant, overwhelming start to this album!

It is precisely these turns that define 𝐈𝐀𝐏𝐄𝐓𝐔𝐒: this isn’t music you just play in the background; you have to consciously surrender yourself to its shifting atmospheres.

With this recipe, 𝐈𝐀𝐏𝐄𝐓𝐔𝐒 create a sound universe entirely their own, one that threads coherently throughout the album. The title track already showed that Fabienne doesn’t just thrive in quieter moments, but effortlessly holds her ground against a massive instrumental storm. This is pushed even further on „Aniara“: the martial instrumentation alongside the male and female vocals interlock seamlessly.

As a result, the first six minutes turn into a cosmic tempest that lays everything to waste with swirling power. Then, a two-minute lull sets in where Fabienne enchants the scenery with her wonderful vocals, before the onslaught breaks out once more. An extended, meditative passage follows, providing a noticeable sense of calm—though only until the musical fury is unleashed again. Toward the end, male clean vocals emerge, asserting themselves against the roaring storm.

„Red Giant“ was also released as a advance single. Here, I would like to draw special attention to the second half of the track starting at the seven-minute mark: this is the moment where guest vocalist Ethan Navarro wraps the otherwise powerful song in a warm, comforting blanket. Fabienne subtly joins in later, intensifying the atmosphere even further, before ultimately taking the vocal reigns in the song’s majestic finale.

Now for the biggest undertaking on the album: „TON“ spans a distance of nearly 19 minutes. The song initially unleashes a true tornado where guest vocalist Frank Harper has to prove himself. He accomplishes this exceptionally well, and I’m glad he makes another appearance later in the track. Fabienne is also present, though she plays a somewhat smaller role in this song. Things get downright crazy starting around the six-minute mark, where you’re bombarded with a wild, bizarre guitar sound. A spectacular moment that doesn’t last long, but is so incredibly effective.

Things certainly don’t get that crazy on the nearly five-minute track „The World Be Undone“. With this song, the journey comes to a surprisingly conciliatory end—at least when considering the sheer force of the other tracks. Fabienne and Ethan Navarro are featured in a delicate duet, accompanied solely by acoustic guitar notes. It is beautifully sung, like a delicate vocal veil, but in all honesty, I didn’t feel this conclusion was necessary. The song doesn’t quite fit into the overall concept and makes for a rather underwhelming final impression.

Conclusion

With 𝙏𝙝𝙚 𝙈𝙤𝙩𝙝𝙚𝙧 𝙑𝙤𝙞𝙙, 𝐈𝐀𝐏𝐄𝐓𝐔𝐒 deliver an ambitious and monumentally structured album that elevates the band’s strengths to a new level. The clear leap forward in production quality, the signature epic songwriting, and especially the beautifully woven guest vocal performances turn this record into a true experience for fans of complex, atmospheric extreme metal. Fabienne Erni’s fabulous contributions lend a unique touch to the songs, making them feel even grander. However, the achievements of the other guest vocalists should by no means be underestimated, as they too contribute significantly to this impressive listening experience. That said, across the span of these otherwise brilliantly arranged tracks, a few lengths and repetitions cannot be entirely denied. But those remain minor footnotes on an otherwise magnificent musical journey.

  • Parturition (1:40)
  • The Mother Void (12:54)
  • Aniara (17:12)
  • Red Giant (11:58)
  • Énouement (1:51)
  • TON (18:43)
  • The World Be Undone (4:54) 

Matthew Cerami: Vocals, Guitars, Bass, Arrangements.

Jordan Navarro: Guitars, Keys, Drum Arrangements.

Guest Vocals: Fabienne Erni (Eluveitie, Illumishade), Ethan Navarro.

Additional Vocal Arrangements by: Fabienne Erni, Hana Iman.

Drums performed by: Brody Taylor Smith

Additional Synths + SFX: Mark Lazeski

Guest Guitar Solo on “TON”: Benjamin Baret (Ne Obliviscaris).

Guest Vocals on “TON”: Frank Harper (Caelestra).

Matthew Cerami: Vocals, Guitars, Bass, Arrangements.

Source: ClawHammer Pr


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert