Heute ist ein freier Tag und ich habe lange im Hotel geschlafen. Gefühlt aber nicht genug. Wer von euch kennt das nicht? Da ich den Tag „frei“ habe, mich aber der Büroarbeit widmen muss, passiert hier tatsächlich nicht viel. Das liegt aber auch an der Tatsache, dass es für Dresden eine Hitze und Orkanwarnung gibt. Wenn man in den Himmel schaut, dann sieht man auch, das sich da etwas zusammenbraut, was am Ende nichts Gutes erwarten lässt.

Wunschkennzeichen mal anders….

Was ich hier aber nicht geschrieben habe, ist der Umstand, dass ich auf dem Skogsröjet Festival einen Wagen mit dem Kennzeichen „KEBAB“ gesehen habe. Ich dachte, das es ein Scherzkennzeichen sei, bis ich aufgeklärt wurde: Man kann diese Kennzeichen mit bis zu 7 Buchstaben für einen Preis von 600€ beim zuständigen Amt beantragen. Das Kennzeichen ist dann für 10 Jahre gültig und verliert nach 10 Jahren die Gültigkeit, wenn man es nicht entsprechend verlängert.

Komische Regelung in Schweden

Ebenso bin ich irritiert von dem Prostitutionsgesetz in Schweden. Das besagt, dass die Dienste angeboten werden dürfen und für denjenigen, der sie anbietet nicht strafbar sind. Allerdings ist der Kauf strafbar. Wer für sexuelle Handlungen bezahlt, begeht eine Straftat. Dies wird mit hohen, einkommensabhängigen Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr bestraft. Wenn man das im Netz nachliest, dann erfährt man, dass genau dieses „nordische Modell“ auch im Bundestag gerade umhergeht. Wie Opa ja immer sagte: „Wenn du eine Reise machst, dann kannst du was erleben… oder auch lernen“.

Willkommen in Dresden

Generell muss ich feststellen, dass die Gäste in Skandinavien sehr entspannt positiv gestimmt sind. Am Stand ergeben sich schnell Gespräche und es ist faszinierend zu sehen, von wo manche Leute manchmal anreisen. Die fahren quer durch Schweden oder gar Norwegen, um das Paket mit Testament, Metal Church und Armored Saint zu sehen. Wir sind heute viel im Bus, da es wie gesagt draußen sehr warm ist und wir quasi dem Komfort der Klimaanlage nicht missen wollen. Ich entscheide mich, zum Netto zu laufen um etwas Obst, Sandwich Toast, Käse und Wurst zu kaufen. Alle Natural Vorräte sind im Bus aufgebraucht und spätestens morgen früh gibt es wieder das große Jammern, das nichts zu essen da sei.

Mit einer Tasche voll Lebensmittel bin ich durch die pralle Sonne von Dresden gelaufen und habe nachgedacht, was ich euch noch so schreiben könnte. Vieles ist für mich ja selbstverständlich, und ich denke immer… ach, das juckt doch keinen. Aber mir ist da noch etwas eingefallen.

Privatleben auf Tour….Fehlanzeige!

Wir sind mit 10 Leuten in einem Bus. Jeder hat seine eigenen Interessen und Gedanken. Das was hier verloren geht, und was man zwangsläufig aufgibt, ist das Privatleben. Man passt sich an und muss viel Intimität aufgeben. Mal eben ein intimes Familiengespräch am Telefon zu führen ist nicht einfach, da immer Trubel um einen herum ist. Oft sucht man irgendwo im Club eine Rückzugszone. Auch, wenn ich diese Zeilen hier tippe, suche ich mir einen Ort, wo ich mich zurückziehen und schreiben kann. Wenn um mich herum alles laut ist, dann fällt mir das schreiben sehr schwer.

Auch ist es ein Fakt, dass wenn man sich etwas persönlich zu Essen kauft, dann wird es am Ende zwangsläufig so sein, das diese Sachen bei jemand anderem im Mund landen werden. Daher habe ich heute einfach mal den Move gemacht und Lebensmittel für alle gekauft. Einen Namen drauf zu schreiben, macht keinen Sinn.

Seitdem ich den Jungs den Vorteil des sogenannten „George Foremann“ Grills im Bus gezeigt habe, ist dieser mehr denn je frequentiert. Man nehme eine Scheibe Sandwich Toast, packe eine Scheibe Käse und eine Scheibe Schinken drauf und zum Abschluss eine Scheibe Käse und wieder eine Scheibe Sandwich Toast. Das ganze legt man auf den Grill und drückt die obere Platte dezent nach unten… et Voila… wir haben ein Sandwich Toast und das erfreut sich am Abend ganz besonderer Beliebtheit, so wie es auch Chips, Cracker oder Obst tun.

Ach… und noch was. Wir sind in einem Bus mit Anhänger und eine Länge von gut 20m unterwegs. Wenn wir wollen, das die Kühlschränke und Strom im Bus laufen, dann muss entweder der Generator im Bus laufen, der über den Treibstoff des Fahrzeugs betrieben wird oder wir brauchen eine 16/32A Lösung. Wir waren auf dem Weg von Schweden in die Tschechei und haben probiert unterwegs Strom, sprich einen bezahlbaren Standplatz zu finden. Jeder hat seine Kontakte angespitzt und versucht, das wir irgendwo unterkommen können: Fehlanzeige.

Erst in Dresden wurde unser Hilferuf vom Alten Schlachthof erhört und wir haben Strom und einen Standplatz zur Verfügung gestellt bekommen. Es ist nicht immer alles ganz so leicht, wie es sich vielleicht anhören mag. Ich möchte auch keinem Club unterstellen, dass er keinen Bock auf uns hatte… es scheiterte eher oft an folgenden Dingen: einige Clubs gibt es nicht mehr, Clubs haben eigene Veranstaltungen, Strom ist zu teuer, es bräuchte Gnehemigungen oder, oder, oder… es ist Wahnsinn, was man da alles zu hören bekommt, wenn man um einen Stellplatz mit Stromversorgung bittet.

Auf jeden Fall: um 02:00 h wird unser aller Tiefschlaf beendet sein, dann fährt der Bus in Richtung Tschechei und die Band wird am Mittwoch in der prallen Mittagssonne auf der Bühne stehen. So doof das klingt, aber wenn der Bus sich bewegt, dann lässt es sich umso schlechter schlafen. Daher mache ich auch nicht wie andere, einen Mittagsschlaf, sondern ich hebe mir die volle Müdigkeit für die Nacht auf. Bis morgen mal…


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