Das FORMOSA Bierfest ging am letzten Samstag in die fünfte Runde. Bisher habe ich alle miterlebt und es ist wirklich beeindruckend, wie sich das kleine Festival entwickelt hat. Vom kleinen Club Cafe Nova in Essen, mit Umweg über Oberhausen, und nun das dritte Mal in der Zeche Carl. Eine starke Idee hat sich dank viel Kraft, Ausdauer, Kreativität und auch Spaß an der Sache fantastisch entwickelt. Dafür gebührt der gesamten Crew rund um das FORMOSA Bierfest großes Lob und Anerkennung.

Ich habe mich mit drei Kumpels auf den Weg nach Altenessen zur Zeche Carl gemacht. Das Wetter war ein Traum und ich kann mich tatsächlich nicht daran erinnern, dass es jemals schlechtes Wetter bei der Veranstaltung gegeben hätte. Die Zeche Carl ist als Location eigentlich perfekt, denn es gibt einen großen Außenbereich, wo man wieder einen Biergarten hergerichtet hat. Auch eine Bühne ist vorhanden.

Und weiter hinten im Bereich stehen wieder einmal die obligatorischen Spiele, mit denen man sich vor Beginn der Acts die Zeit vertreiben kann. Also alles wie gehabt… Neu war allerdings das BINGO TO HELL, welches zwischendurch moderiert wurde. Dazu muss man wissen, dass die Tore der Zeche schon um ca. 15:00 h geöffnet werden. Man hat also drei Stunden Zeit, bis die erste Band die Bühne erobert. So kann man sich schön die Zeit bis dahin vertreiben.

Letztes Jahr gab es zu Beginn vom Bierfest lange Schlangen an den Theken und das Personal an den Theken war mit dem Ansturm überfordert. Die Fans sind halt durstig. Dies führte zu langen Wartezeiten. Davon war dieses Mal überhaupt nichts zu merken und der Durst der Fans wird prompt gestillt. Man hat sogar im Biergarten noch eine Zelt aufgebaut, wo Bier ausgeschenkt wird. Auf den Becherpfand hat man übrigens komplett verzichtet und es ist grundsätzlich nur Kartenzahlung möglich. Drei Biersorten sind wieder im Angebot. Und wir werden jede Sorte an diesem Abend probieren. Im Ergebnis sind alle zu empfehlen. Vor allem das PYRITE Pale Ale hat eine fruchtige Maracuja Note. Sehr erfrischend!

Außerdem locken im Biergarten einige Speisen, wobei man wie gewohnt auch vegetarische Speisen berücksichtigt. Hier muss ich allerdings kurz vorweggreifen, dass schon ab ca. 21:00 h das Zelt der Essensausgabe geschlossen war. Das finde ich ein wenig früh.

Um ca. 16:00 h ist dann der Startschuss für eine Tradition beim Bierfest. Eigentlich ist es Brauch, dass Ritter Ben mit seiner authentischen Bekleidung das Fass zur Bühne trägt, wo es dann von Bierbrauer Nik angestochen wird und das Bier an die Fans verteilt wird. Doch dieses Jahr war von Ben nix zu sehen! Dafür trugen vier Kapuzinermönche das heilige Fass zur Bühne. Dabei handelte es sich natürlich um die Band Formosa. Kann man machen, aber ich habe mich schon gefragt, warum Ritter Ben es dieses Mal nicht gemacht hat.

Paris von Formosa hielt eine kleine Rede und gab einige interessante Neuigkeiten preis. Ab nächstes Jahr wird sich einiges ändern. Man wandert mit der Veranstaltung in die Weststadthalle und vergrößert sich damit. Schon der Wahnsinn, wenn ich an das erste Bierfest im kleinen Cafe Nova zurückdenke. Das war auch sehr schön. Klein, aber fein.

Das FORMOSA Bierfest ist sehr beliebt und hat sich mittlerweile etabliert. Die Veranstaltungen waren immer sehr gut besucht und meist auch ausverkauft gewesen, spätestens an der Abendkasse. Ich habe allerdings mit einer weiteren Vergrößerung der Veranstaltung Sorge, dass der familiäre Charakter des Events darunter leiden wird, auch wenn Paris in seiner Rede betonte, dass man diese Atmosphäre bewahren möchte.

Doch dazu kommt noch, dass es zukünftig nicht mehr FORMOSA Bierfest heißen wird, sondern schlicht FORMOSA Festival. Der Grund für die Namensänderung erschließt sich mir nicht, denn „Bierfest“ hatte was individuelles, zumal Nick (Gitarrist) als gelernter Bierbrauer selber das Bier für die Veranstaltung braut. Und das wird auch so bleiben. Warum also die Namensänderung in „Festival“?

Tatsächlich sind schon alle Bands für 2027 bekannt und die Liste kann sich wirklich sehen lassen. Wie gewohnt konnten Top-Bands für das Line-Up gewonnen werden. Es werden sogar noch mehr Bands sein, ganze sieben an der Zahl. Klickt auf das Bild und ihr könnt die Infos auf dem Bild lesen.

Die Live-ActS

STOLEN

Mit STOLEN eröffnet den musikalischen Abend die härteste und düsterste Bands, die ich je beim Bierfest erleben durfte. Ein teuflisch starker Heavy Metal Sound, der da über uns hinwegfegt. Auch die Performance auf der Bühne bot super Unterhaltung, wurde sogar im Laufe des Auftritts noch recht blutig, wie man auf den Fotos sehen kann. Dazu passt natürlich auch das tätowierte Pentagramm auf dem Bauch der Sängerin. Insgesamt ist viel Action auf der Bühne und vor allem der Gitarrist beindruckt mich sehr mit seiner Performance. Mit brennendem Eifer und viel Können lieferte er eine grandiose Show an der Gitarre. Für mich die Überraschung des Abends.

SILVEROLLER

Dann sind SILVEROLLER an der Reihe und bieten das völlige Kontrastprogramm mit ihrem old school Rock mit viel Blues im Blut. Im coolen Klamotten-Style rocken sie die Bühne. Es geht dann doch erheblich ruhiger zu als noch bei STOLEN, aber der Sound ist trotzdem gut und hat seinen coolen besonderen Charme. Ich empfinde es durchaus als positiv, dass es beim FORMOSA Bierfest schon immer einen facettenreichen Musikmix gab. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Auftritt von SILVEROLLER kürzer war als bei den anderen Bands.

BZFOS

BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE vollziehen dann wieder einen musikalischen Kurswechsel und legen mit ihrer Horror-Punk-Show los. Allein optisch ist das schon eindrucksvoll. Alle sind passend geschminkt. Die Bühnendeko ist stimming und schafft die richtige Atmosphäre, die auch noch von einem dichten Bodennebel weiter intensiviert wird. Und der Fledermaus-Bass ist ja echt ein cooles Teil, ein echter Hingucker.

Zu sehen ist viel auf der Bühne. Der Sänger greift zu diversen Utensilien zu optischen Gestaltung, wie z.B. eine Werwolf-Handpuppe oder ein halb-verwestes Skelett. Plötzlich stürmt ein Werwolf die Bühne und bereichert die optische Darbietung. Und wenn dann noch der Falco-Klassiker „Vienna Calling“ im düsteren Punk Gewand geschmettert wird, ist die Stimmung natürlich am kochen. Sehr starker Auftritt!

FORMOSA

FORMOSA habe ich jetzt schon etliche Male genießen dürfen. Es macht immer wieder Spaß sich die quirlige sympathische Band anzusehen und anzuhören. Irgendwie passiert immer etwas verrücktes. Mit den Jahren konnten sie ihr Song-Repertoire auch gehörig mit geilen Songs aufstocken, was die Fans mit toller Stimmung jedesmal honorieren.

Die energiereichen flippigen Rocksongs sind perfekt geeignet, um die Stimmung im Publikum weiter anzuheizen. Für mich ein Novum war der Auftritt eines Dinos. Nun, jedenfalls hatten alle mächtig Spaß auf der Bühne mit dem Dino, der zudem noch ein Saxophon mit sich führte. Bei FORMOSA passieren immer wieder verrückte Dinge. So sind sie halt….

Leider sind hier meine Eindrücke vom FORMOSA Bierfest zu Ende und ich kann leider den Auftritt von NECK CEMETERY nicht mehr verfolgen. Denn wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist und in der Nachbarstadt wohnt, dann ist die Rückreise zur Nachtzeit nicht immer so einfach. Außerdem hatten wir alle einen tierischen Kohldampf und ich war der Ohnmacht nahe. Zum Glück finden wir in der Nähe ein türkisches Restaurant namens Öz Urfa deluxe (Altenessener Str. 381, Essen), wo wir einen fantastischen Döner genießen dürfen. Zwar nicht so ganz günstig, aber eine ordentlich große Portion und geschmacklich ein Traum. Dieser Döner schenkt uns noch mal die nötige Energie, um die Heimreise durchzustehen.


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