30.07.2026 – Live in Kopenhagen
Ich werde um 08.00 h wach und die Sonne scheint draußen. Es ist tolles Wetter und Hey… ich bin wach. So what… ich ziehe mich an und mache mich fertig. Ich freue mich auf einen schönen Spaziergang durch Kopenhagen. Während wir gestern in Richtung Tivoli und Meerjungfrau liefen,laufe ich heute in die andere Richtung. Ich sehe viele Geschäfte, die geschlossen sind und komme an anderen interessanten Läden vorbei. Eine Kirche hier… eine Kirche da… die Universität, die wunderschön ist und mir wirklich sehr gut gefällt und siehe da:
Beat Bop.


Der Plattenladen von KingDiamond/ Mercyful Fate Ur- Gitarrist Michael Denner. Der gute Mann steht selbst hinter dem Tresen und hat ein sehr interessantes und tolles Programm. Wir kommen ins Gespräch und es ist sehr interessant. Nach knapp einer halben Stunde muss ich aber los, da ich noch etwas von der Stadt sehen und das Wetter genießen möchte. Es ist das erste Mal, dass Ich in den letzten Jahren wirklich bewusst eine Tour mitfahre und diese genieße.
Menschlich passt es auf der Tour und alle haltenzusammen. Komplett anders, wie es vor 2 Jahren war. Es ist meine…hmmmm, Joey und ich versuchen zu rekapitulieren, die wievielte Show es ist, die ich mit der Band mitfahre. Keine Chance… es müssten inzwischen über 100 Shows sein. Wir können es nicht nachvollziehen.
Ich bin zurück am Club und es gibt erst mal Frühstück. Mit etwas Verspätung tauchen auch METAL CHURCH auf, mit denen wir uns heute Abend die Bühne teilen. Einige Fans sind schon da und warten auf Dave Eleffson von ehemals Megadeth. Witzig ist, das er an den Fans vorbeiläuft und sie ihn nicht erkennen.Die Jungs sind absolut nett und die beiden Bands waren in der Vergangenheit schon zusammen auf Tour.

Insgesamt würde ich das aber als ein „Geschäftsverhältnis“ bezeichnen. Es gibt ein paar Gespräche, aber alles wirkt distanziert. Brian Allen ist eine Seele von Mensch, die irgendwann bei uns im Raum steht und sich Tipps von John abholt. Die anderen Jungs sehe ich den Rest des Tages nicht.
Ich habe eh genug zu tun, da ich den Stand noch nicht in Routine habe. Das braucht noch ein paarTage, dann wird es wesentlich runder laufen. Ganz sicher. Der Abend an sich ist super. Der Merchandise Umsatz ist toll und es sind Fans aus Polen, Finnlandoder auch Rostock in Kopenhagen.

Mittlerweile erkennt man sich und begrüsst sich auch mit einem Handschlag oder sogar einer Umarmung. Die Jungs von ARMORED SAINT starten den Abend und nehmen den Saal wie gewohnt auseinander. Ich habe danach einiges zu tun und die Klamotten fliegen nur so über den Tresen. Das EC Gerät macht sich heute bezahlt und wird von den Fans ganz selbstverständlich genutzt. Nicht eine dänische Krone verirrt sich in die Kasse. Fehlanzeig!. Für mich ist der Abend blöd, denn ich muss auch während METAL CHURCH den Laden offenhalten, und bis zumSchluss warten, bis alle Leute endlich aus dem Laden sind.
Um 01:20 h schaffe ich es noch in den Backstage zu rennen und eine Dusche zu nehmen. Als ich fertig bin und der nächste rein will, höre ich nur…
„Martin… is there just cold water?“…
„No… but i love my shower ice cold. Warm water is for Pussys“.
ein geklauter Bus taucht wieder auf
So… Ich könnte euch jetzt die Setlist erzählen und was so zwischenmenschlich passiert ist. Mache ich aber nicht, denn ich habe noch einen kleinen Abschlussknaller, der privater Natur ist. Gestern wurde der Bus gestohlen und der Ärger war groß. Heute ist er wieder zurück. Also… noch nicht ganz, aber er ist von der Polizei gefunden worden und wir bekommen ihn zeitnah zurück. Die Einbrecher waren wohl Junkies, die versucht haben, mit dem Bus schnelles Geld zu machen. Das hat aber in der Nordstadt nicht klappen wollen. Die Dealer haben schnell geschnallt, das der Bus geklaut und am Ende nur Ärger bringen würde.
Also… ist der Bus bei irgendwelchen Obdachlosen gelandet,die in dem Bus schlafen sollen… von wegen „Dach über den Kopf“. Das hatten sie auch kurz getan,aber von Beginn an gewusst, dass die Nummer stinkt und ihr neues Heim schnell aufgegeben. Irgendwie kam dann eine Person in die Situation, dass sie einen Wagen benötigte, um nach Hause zukommen. Da kam der Bus gelegen, aber: Es wurde schon von den Obdachlosen gemeldet, das da ein geklauter Bus rumsteht. Als die Polizei eintrifft kann man Aufschluss zum Fahrer geben, der auch überführt wurde und den Bus in seiner Obhut hatte. Doof… mit so einem geklauten Bus.
Die Hintermänner hat man nicht finden können, aber es rumort in Dortmund und es würde keinen wundern, wenn nicht irgendwann die Täter gefunden werden. Wir haben 02.33 h und ich schreibe diese letzten Zeilen. Mein Tag begann um 08.00 h und ist jetzt über 18 Stunden alt. Ich bin auch nicht mehr der Jüngste und ich beschließe, dass ich jetzt ins Bett gehe. Hier macht sich eine nette Runde auf, mit dem Versuch, eine Flasche Vodka zu leeren. Da ich seit vielen Jahren nicht mehr trinke, fällt es mir nicht schwer, die Runde zu verlassen.

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