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Genre: Death Metal
Release: 10-04-2026
Label: Massacre Records

Die deutsche Melodic-Death-Metal-Band ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐ blickt auf eine mittlerweile รผber drei Jahrzehnte wรคhrende Bandgeschichte zurรผck. Melodic Death Metal mit deutschen Texten hรถrt man nicht alle Tage und ist allein deswegen schon eine Besonderheit. Mir war die Band trotz langer Historie bisher unbekannt. Das mag auch daran liegen, dass sie eine lange Pause eingelegt haben. Das letzte Album „Urstant“ liegt ganze 10 Jahre zurรผck. Es Nun sind sie wieder da und werden รผber Massace Records ihr Album ๐™’๐™ž๐™™๐™š๐™ง๐™จ๐™˜๐™๐™š๐™ž๐™ฃ verรถffentlichen.

๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐ schmettern weiterhin dรผsteren melodischen Death Metal und auch am lyrischen Erscheinungsbild hat sich nichts geรคndert. Ich muss aber sagen, dass auf ๐™’๐™ž๐™™๐™š๐™ง๐™จ๐™˜๐™๐™š๐™ž๐™ฃ eine deutliche Steigerung zum letzten Album besteht. Auf ๐™’๐™ž๐™™๐™š๐™ง๐™จ๐™˜๐™๐™š๐™ž๐™ฃ hat die Band spรผrbar nachgelegt: Das Songwriting wirkt ausgereifter, komplexer und gewinnt vor allem in puncto atmosphรคrischer Tiefe deutlich an Profil.

โ€žMorgenrotโ€œ ist dafรผr das beste Beispiel. Der Track baut sich geduldig auf, schichtet Spannung รผber Stimmung und wรคchst schlieรŸlich zu einer echten Hymne heran. Obwohl er sich รผberwiegend im Midtempo bewegt, scheut er nicht davor zurรผck, zeitweise das Tempo straff anzuziehen und damit zusรคtzliche Dynamik zu erzeugen. Das Ergebnis ist ein Stรผck, das sich sofort festsetzt und ohne Frage zu den Highlights des Albums zรคhlt.

Der Sound ist insgesamt brachialer geworden, doch das melodische Gitarrenspiel bleibt glรผcklicherweise ein fester Bestandteil des Konzepts. Zwischen den griffigen Riffs schimmern immer wieder diese klaren, eingรคngigen Leads auf, die verhindern, dass sich das Album ausschlieรŸlich in seinen dรผstersten Abgrรผnden verliert. Gerade diese Balance aus Hรคrte und Melodik verleiht ๐™’๐™ž๐™™๐™š๐™ง๐™จ๐™˜๐™๐™š๐™ž๐™ฃ seine charakteristische Tiefe und hรคlt die Songs trotz gesteigerter Wucht angenehm zugรคnglich.

Nach der Hรคlfte des Albums offenbart sich eine unerwartete Neuerung im Klangbild von ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐: Beim Song „Spieglein Spieglein“ erklingt im Laufe des Songs eine Frauenstimme und erweitert das Spektrum um eine zusรคtzliche, zunรคchst ungewohnte Nuance. Dieser Kontrast bricht die gesangliche Hรคrte des Sounds auf und bringt eine neue atmosphรคrische Farbe ins Spiel. Gleichzeitig ertappe ich mich dabei, mit diesem Element ein wenig zu hadern. Den weiblichen Gesang setzt man ebenfalls beim Song „Aus Einem Hab Ich Zwei Gemacht“ und „Die Letzte Sinfonie“ ein.

Noch ist fรผr mich nicht klar, ob diese Stimme eine willkommene Erweiterung der Atmosphรคre darstellt, oder ob sie in der sonst so kohรคrenten Soundwelt der Band, vor allem den Gesang betreffend, eher wie ein Fremdkรถrper wirkt. Gerade weil ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐ seit jeher fรผr einen sehr klar definierten, kompromisslosen Stil stehen, fรคllt diese neue Facette besonders auf und jeder mรถge dies fรผr sich selbst beurteilen. Denn wie immer ist eine rein persรถnliche Geschmackssache.

Ich ertappe mich dabei, am Ende doch die kompromisslosen Banger zu bevorzugen โ€“ etwa โ€žNur weil ich es sagโ€™โ€œ, der zwar nicht mit komplexen Strukturen protzt, dafรผr aber vom ersten bis zum letzten Takt fast ungebremst durchknallt. Der Song lebt von seiner rohen Direktheit, seinem unerschรผtterlichen Vorwรคrtsdrang und einem Gitarrensolo, das wie eine Stichflamme auflodert und dem Stรผck einen zusรคtzlichen Adrenalinschub verpasst. Genau hier zeigt sich eine der groรŸen Stรคrken von ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐: Wenn sie mal den FuรŸ nicht vom Gas nehmen, sondern ihre ganze Wucht ungefiltert entfesseln.

Fazit

๐™’๐™ž๐™™๐™š๐™ง๐™จ๐™˜๐™๐™š๐™ž๐™ฃ zeigt ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐ in einer Form, die zugleich vertraut und weiterentwickelt wirkt. Die Band bleibt ihrer brachialen Grundausrichtung treu, schรคrft aber die melodischen Konturen und gewinnt dadurch an atmosphรคrischer Tiefe. Das Songwriting wirkt reifer, zielgerichteter und deutlich selbstbewusster.

Gleichzeitig wagt die Band neue Schritte, etwa mit dem Einsatz einer Frauenstimme, die das Klangbild erweitert, aber auch Reibung erzeugt. Diese Neuerung kรถnnte die Hรถrerschaft herausfordern, und genau darin liegt ihre Wirkung: Sie zwingt dazu, den gewohnten ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐โ€‘Sound stellenweise neu zu denken. Fรผr manche wird das eine Bereicherung sein, fรผr andere vielleicht ein Bruch.

Eine groรŸe Stรคrke entfesseln ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐ dann, wenn sie kompromisslos agieren und auch mal gnadenlos nach vorn preschen. Songs wie โ€žNur weil ich es sagโ€™โ€œ zeigen, wie gut ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐ funktionieren, wenn sie rohe Energie, griffige Riffs und ein flammendes Solo zu einem ungebremsten Banger bรผndeln. „Morgenrot“ als Kontrast beweist aber auch, dass sie atmosphรคrisch dichte Songs erschaffen kรถnnen.

๐™’๐™ž๐™™๐™š๐™ง๐™จ๐™˜๐™๐™š๐™ž๐™ฃ ist damit ein Album, das sowohl festigt als auch herausfordert: ein Werk zwischen Tradition und Neuerfindung, zwischen brachialer Hรคrte und atmosphรคrischer Erweiterung. Nicht jeder neue Impuls sitzt, aber genau diese Spannung macht das Album interessant und zeigt, dass ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐ 2026 alles andere als stehen geblieben sind. Egal, wie sich ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐ in Zukunft weiter entwickeln werden. Es ist eine spannende Band, die sich wohltuend aus der Masse abhebt.

  1. Anbeginn (01:01)
  2. Puppenspieler (05:09)
  3. Kleiner Mann (04:31)
  4. Morgenrot (04:17)
  5. Der Nimmersatt (05:07)
  6. Spieglein, Spieglein (04:41)
  7. Nur weil ich es sag‘ (05:20)
  8. Aus Einem hab ich Zwei gemacht (05:41)
  9. Gegenwind (04:57)
  10. Die letzte Sinfonie (07:52)
  • Benny โ€“ Gesang
  • Poldi โ€“ Gitarren
  • Kutte โ€“ Gitarren
  • RW โ€“ Bass
  • John Doe โ€“ Schlagzeug

Bildquelle: UNITED FORCES PR

english review

Genre: Death Metal
Release: 10-04-2026
Label: Massacre Records

The German melodic death metal band ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐ can now look back on a band history spanning more than three decades. Melodic death metal with German lyrics isnโ€™t something you come across every day, which already makes them a rarity in the scene. Despite their long history, the band had remained unknown to me until now, likely because they took an extended break. Their last album, Urstant, was released a full ten years ago. Now theyโ€™re back, and set to release their new record Widerschein through Massacre Records.

๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐ continue to unleash their brand of dark, melodic death metal, and nothing has changed in terms of their lyrical aesthetic either. That said, ๐™’๐™ž๐™™๐™š๐™ง๐™จ๐™˜๐™๐™š๐™ž๐™ฃ marks a noticeable step up from their previous album. The band has clearly raised the bar: the songwriting feels more mature and more intricate, and above all, the record gains significant depth in terms of atmosphere and overall sonic presence.

โ€œMorgenrotโ€ is the perfect example of this. The track unfolds with patience, layering tension upon mood until it ultimately grows into a genuine anthem. Although it operates largely in midโ€‘tempo, it doesnโ€™t shy away from tightening the pace at times, injecting bursts of additional dynamism. The result is a song that immediately sticks and unquestionably stands among the albumโ€™s highlights.

The overall sound has become noticeably more forceful, yet the melodic guitar work thankfully remains a core element of their approach. Between the punchy riffs, those clear, memorable lead lines keep shimmering through, preventing the album from sinking entirely into its darkest depths. Itโ€™s precisely this balance between heaviness and melody that gives ๐™’๐™ž๐™™๐™š๐™ง๐™จ๐™˜๐™๐™š๐™ž๐™ฃ its characteristic depth and keeps the songs pleasantly accessible despite the increased intensity.

Around the halfway point of the album, an unexpected shift appears in ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐โ€™s sonic palette: in the track โ€œSpieglein Spieglein“, a female voice emerges as the song unfolds, adding an additional โ€” and at first unfamiliar โ€” nuance to their sound. This contrast softens the vocal harshness and introduces a new atmospheric color. At the same time, I find myself slightly conflicted about this element. Female vocals also appear in โ€œAus Einem Hab Ich Zwei Gemachtโ€ and โ€œDie Letzte Sinfonie“.

Itโ€™s still not entirely clear to me whether this voice represents a welcome expansion of the bandโ€™s atmosphere or whether, within ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐โ€™s otherwise coherent sonic world, especially when it comes to vocals, it feels more like a foreign element. Precisely because ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐ have always stood for a clearly defined, uncompromising style, this new facet stands out all the more. And everyone will have to judge for themselves whether it works. In the end, it remains a matter of personal taste.

I catch myself ultimately gravitating toward the uncompromising bangers, for example โ€œNur weil ich es sagโ€™“,which doesnโ€™t rely on complex structures but instead blasts through almost unrestrained from the first to the last beat. The track thrives on its raw directness, its relentless forward momentum, and a guitar solo that erupts like a burst of flame, giving the song an extra shot of adrenaline. This is exactly where one of ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐โ€™s greatest strengths becomes unmistakable: those moments when they refuse to ease off the gas and unleash their full force without restraint.

Conclusion

๐™’๐™ž๐™™๐™š๐™ง๐™จ๐™˜๐™๐™š๐™ž๐™ฃ presents ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐ in a form that feels both familiar and evolved. The band remains true to its brute, hardโ€‘hitting foundation, yet sharpens its melodic contours, gaining a noticeable increase in atmospheric depth. The songwriting comes across as more mature, more focused, and significantly more self-assured.

At the same time, the band dares to take new steps with the use of a female voice, which expands the sonic palette but also introduces a certain friction. This addition may challenge listeners, and that is precisely where its impact lies: it forces you to rethink the familiar ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐ sound in certain moments. For some, it will be an enrichment; for others, perhaps a disruption.

๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐ are at their strongest when they act without compromise and charge forward with full force. Tracks like โ€œNur weil ich es sagโ€™โ€ show just how well the band functions when they fuse raw energy, gripping riffs, and a blazing solo into an unrestrained banger. In contrast, โ€œMorgenrotโ€ demonstrates that they are equally capable of crafting atmospherically dense songs.

๐™’๐™ž๐™™๐™š๐™ง๐™จ๐™˜๐™๐™š๐™ž๐™ฃ is an album that both consolidates and challenges: a work positioned between tradition and reinvention, between brute heaviness and atmospheric expansion. Not every new impulse lands perfectly, but itโ€™s precisely this tension that makes the album compelling and shows that ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐ in 2026 are anything but stagnant. No matter how ๐€๐๐‘๐Ž๐†๐€๐“๐ˆ๐Ž๐ choose to evolve in the future, they remain an exciting band that stands out refreshingly from the crowd.

  1. Anbeginn (01:01)
  2. Puppenspieler (05:09)
  3. Kleiner Mann (04:31)
  4. Morgenrot (04:17)
  5. Der Nimmersatt (05:07)
  6. Spieglein, Spieglein (04:41)
  7. Nur weil ich es sag‘ (05:20)
  8. Aus Einem hab ich Zwei gemacht (05:41)
  9. Gegenwind (04:57)
  10. Die letzte Sinfonie (07:52)
  • Benny โ€“ vocals
  • Poldi โ€“ guitar
  • Kutte โ€“ guitar
  • RW โ€“ bass
  • John Doe โ€“ drums

image source: UNITED FORCES PR


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