Konzertbericht

Gestern war es soweit! Ich war auf meinem ersten Konzert des Jahres 2026. 𝐅𝐑𝐀𝐍𝐊 𝐁𝐋𝐀𝐂𝐊𝐅𝐈𝐑𝐄 war zu Gast im Kulttempel Oberhausen. 𝐅𝐑𝐀𝐍𝐊 𝐁𝐋𝐀𝐂𝐊𝐅𝐈𝐑𝐄 gehört zu den Legenden der Ruhrpott-Metal-Szene. Er spielt bei 𝐒𝐎𝐃𝐎𝐌 und war auch bei 𝐊𝐑𝐄𝐀𝐓𝐎𝐑 dabei. Und aus dem hohen Norden war auch die Band 𝐏𝐑𝐄𝐒𝐓𝐈𝐆𝐄 aus Finnland dabei. Es war mir klar, was mich bei Frank erwartet, doch 𝐏𝐑𝐄𝐒𝐓𝐈𝐆𝐄 kannte ich bisher nicht, obwohl sie ebenfalls seit Jahrzehnten aktiv sind.

Ich bin jedenfalls glücklich, dass ich 𝐏𝐑𝐄𝐒𝐓𝐈𝐆𝐄 zum ersten Mal live genießen konnte. Und das war gar nicht mal so selbstverständlich, denn die Ticket-Vorverkäufe waren laut Veranstalter Martin etwas dürftig. Das mag vielleicht auch an der Jahreszeit und den unsicheren Witterungsverhältnissen liegen, aber mangelnde Vorverkäufe sind seit längerer Zeit ein grundlegendes Problem in der Szene.

Doch Martin ist dafür bekannt, dass er eiskalt durchzieht. Denn wie er selber sagte: „Wenn alle wegen des schlechten Vorverkaufs ihre Konzerte absagen, dann wird bald kein Fan mehr Vertrauen haben und dann läuft in der Hinsicht gar nix mehr!“

Und sein Durchhaltevermögen sollte wieder einmal belohnt werden, denn trotz der unsicheren Wetterverhältnisse der letzten Tage strömte dann doch eine respektable Menge Fans in den Kulttempel. Gut, ein wenig Glück war auch dabei, denn gestern am Sonntag war herrliches Sonnenscheinwetter. Ca. 130 Leute waren anwesend. So war die Location nicht voll, aber auch nicht unangenehm leer.

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Als ich wusste, dass 𝐏𝐑𝐄𝐒𝐓𝐈𝐆𝐄 auftreten, habe ich natürlich fleißig ihre Alben durchgehört. Und siehe da… Die Band gibt es seit den 80’er Jahren! Na so was!? Wer hätte das gedacht? Das ist wieder so ein Fall von maßlos unterschätzten Bands. Es ist eigentlich eine Schande, dass ich erst jetzt von dieser grandiosen Band erfahren habe. Aber wie heißt es so schön: Besser spät als nie!

𝐏𝐑𝐄𝐒𝐓𝐈𝐆𝐄 gehen jedenfalls ganz und gar nicht schüchtern und zimperlich zur Sache. Von Anfang an gibt es Fratzengeballer ohne Ende. 𝐏𝐑𝐄𝐒𝐓𝐈𝐆𝐄 legen so einen symphathischen und gleichzeitig energiegeladenen Auftritt hin, dass mir die Spucke wegbleibt. Darüber hinaus würzen sie ihren Auftritt mit einer guten Porion Humor.

𝐏𝐑𝐄𝐒𝐓𝐈𝐆𝐄sind eine extreme Band. Sie können nicht nur gnadenlos knüppeln, dass einem schwindelig wird. Ich war manchesmal fassungslos, mit was für einem Speed 𝐏𝐑𝐄𝐒𝐓𝐈𝐆𝐄 agiert haben. Der Wahnsinn! Aber das ist nicht alles! Ihre Songs zelebrieren den klassischen Thrash-Metal nicht nur mit ihrer infernalischen Energie, sondern darüber hinaus reisst mich der unglaubliche Groove mit.

Also wenn meine Mitstreiter in der Fanzone nicht ganz so müde gewesen wären, dann wäre sicherlich sehr häufig ein Moshpit fällig gewesen. Bei mir war jedenfalls der Funke übergesprungen und ich konnte nicht still halten. Ganz im Gegensatz zu manch anderen… Ich kann einfach nicht verstehen, dass man bei so einer energiegeladenen Mucke die ganze Zeit so reglos herumstehen kann wie ein Zaunpfahl. Da wackelte noch nicht mal ne Haarsträhne oder wippte der Fuß.

Zum Glück waren das Ausnahmen und auch wenn leider kein Moshpit für Wirbel sorgte, so wippte bei vielen der Kopf, die Körper zuckten und die Hände wurden nach oben gereckt. Immerhin….

Die hervorragende Leistung der Band wurde sehr gewürdigt und ich hatte das Gefühl, dass viele der anwesenden Fans sehr begeistert von der Band waren und ich freute mich, dass der Merch-Stand gut besucht wurde. Ich konnte auch mal wieder nicht widerstehen und habe mich mit einem Shirt und einer signierten Vinyl beschenkt.

Frank Blackfire

Dann kam der Star Frank Blackfire auf die Bühne und ich nehme mal an, dass viele der Fans eigentlich nur wegen ihm in den Kulttempel gekommen sind. Daher umso mehr Respekt vor 𝐏𝐑𝐄𝐒𝐓𝐈𝐆𝐄, die die Meute wirklich super angeheizt haben.

Der Auftakt von Frank wurde zelebriert. Mit einer hymnischen Einmarschmusik (es müsste „Peter Gunn“ seines Soloalbums Back On Fire gewesen sein) wurde der Star des Abends gefeiert. Frank zeigte dann erst einmal, was er an der Gitarre so kann. Das klang schon mal recht cool, auch wenn es nix mit Thrash zu tun hatte, eher mit Rock. Als Auftakt war es aber schon okay, doch die Fans warteten eigentlich auf was anderes. Sie wollten es knallhart in die Fresse. Und das sollten sie auch bekommen.

Die Fans waren heiß auf die SODOM-Klassiker und sie wurden dahingehend auch nicht enttäuscht. Klassiker wie z.B. „Agent Orange“, „Sodomy And Lust“ oder auch „Ausgebombt“ (als Zugabe) wurden frenetisch abgefeiert. Frank ließ es sich nicht nehmen, auch eigene Songs zum Besten zu geben. Aber der Song „Wicked Sister“, den Frank als Hommage an die weiblichen Metal-Fans ankündigte, holte mich nicht so richtig ab, auch wenn die Nummer live besser klingt als auf dem Album. Da gefallen Songs wie „Insane Human Race“ schon deutlich besser, die abgehen wie Sau.

Insgesamt hat Frank eine gute Show geboten und er hat bewiesen, dass er es drauf hat. Aber das war allen ohnehin klar. Bei Frank wirkte alles abgeklärt bzw. routiniert. Er weiß, was die Fans wollen und er begab sich sogar mal für einen kurzen Ausflug nach unten ins Publikum. Auch er war bemüht die Meute ins Bewegung zu versetzen und anzustacheln. Er forderte sie sogar direkt dazu auf: „Jetzt will ich mal Bewegung hier sehen!“

FRANK BLACKFIRE wurde jedenfalls ordentlich von den Fans abgefeiert und so gab es dann auch noch zwei Zugaben. Ich denke, dass die Fans alle sehr zufrieden mit der Show waren und die Gäste aus Finnland auch neue Fans dazugewinnen konnten.


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