Gastbeitrag

von Martin Sosna

Genre: Heavy Metal
Release: März 2025
Label: independent

In dem Podcast von Metal Marcus ging es vor einiger Zeit um das Thema 𝐌𝐄𝐑𝐂𝐔𝐑𝐘 𝐓𝐈𝐃𝐄 und die aktuelle Veröffentlichung 𝙒𝙖𝙡𝙡𝙨 𝙤𝙛 𝘾𝙤𝙣𝙛𝙪𝙨𝙞𝙤𝙣. Leider ist vielen Fans der Name 𝐌𝐄𝐑𝐂𝐔𝐑𝐘 𝐓𝐈𝐃𝐄 kein Begriff. Im Jahr 2003 hat Dirk Thurisch, die treibende Kraft hinter 𝐌𝐄𝐑𝐂𝐔𝐑𝐘 𝐓𝐈𝐃𝐄, das erste Album 𝙒𝙝𝙮 mit 𝐌𝐄𝐑𝐂𝐔𝐑𝐘 𝐓𝐈𝐃𝐄 über Century Media veröffentlicht. Den Erfolg möchte ich hier nicht messen, allerdings vergehen gute 10 Jahre, bis die zweite Scheibe 𝙆𝙞𝙡𝙡𝙞𝙣𝙜 𝙎𝙖𝙬 das Licht der Welt erblickt.

Und wieder vergehen in den Wirren um die Existenz und Nicht-Existenz von Angel Dust gute 12 Jahre, bis es wieder ein Lebenszeichen von Dirk Thurisch mit 𝐌𝐄𝐑𝐂𝐔𝐑𝐘 𝐓𝐈𝐃𝐄 gibt. Angel Dust waren für 4 Alben die musikalische Spielwiese Nummer-Eins von Dirk, die sich aber komplett verrannt haben und mehr oder minder aufgelöst sind. Es gab noch mal ein Aufbäumen in Form einiger Shows und es war auch eine Scheibe fertig, die als Demo an diverse Labels ging… ein Deal ergab sich aber nicht.  

Jetzt steht endlich mit 𝙒𝙖𝙡𝙡𝙨 𝙤𝙛 𝘾𝙤𝙣𝙛𝙪𝙨𝙞𝙤𝙣 eine neue Scheibe von Mercury Tide in den Startlöchern. Die Scheibe ist anders, aber dennoch erkennt man sofort um wen es sich hier handelt. Ich persönlich würde sagen, das 𝐌𝐄𝐑𝐂𝐔𝐑𝐘 𝐓𝐈𝐃𝐄 nochmal progressiver geworden sind. Es dauert 2:24minuten, bis das Intro das neue musikalische Gewand von 𝐌𝐄𝐑𝐂𝐔𝐑𝐘 𝐓𝐈𝐃𝐄 freigibt. Mit „Walls Of Confusion“ legt Dirk nicht nur eine sehr gute Nummer, sondern er legt mit dem gesamten Album einen „Seelenstrip“ hin.

Dirk verarbeitet laut dem Podcast (Metal Marcus) textlich unter anderem seine problematische Beziehung zu seinem Vater bzw. dem Elternhaus. Die Songs gehen nicht auf 1,2 oder 3 ins Ohr und sind nicht mit Zuckerguß oder anderen Klischees vollgekleistert. Es werden keine Drachen gejagt, keine Kriegsszenarien gemalt und auch steckt hier kein Superhelden-Image hinter der Band, wie es ja durch Bands wie Sabaton, Powerwolf, Angus McSixx, Gloryhammer, Warkings und Co salonfähig geworden ist.

Der Song „House of Horror“ geht im Gegensatz zum sperrigen „Walls of Confusion“ sofort ins Ohr, da der Refrain sehr stark ist und sich sofort in die Ohrwindung festfräst. Für mich der persönliche Hit der Scheibe, was auch gute 11.000 Klicks bei Spotify untermauern.

Mit 12 Songs und 64 Minuten Spielzeit, schwimmt Dirk sich ganz gewaltig von der Angel Dust-Bubble frei und geht unbeirrt seinen eigenen musikalischen Weg. Immer wieder tauchten im Netz die Fragen auf, ob, wann und wie es mit Angel Dust weitergeht. Die Antwort ist mit „Walls of Confusion“ beantwortet: Gar nicht!

𝐌𝐄𝐑𝐂𝐔𝐑𝐘 𝐓𝐈𝐃𝐄 ist stark genug als Band eigenständig und erhobenen Hauptes durch die Szene zu wandeln. Problem könnte für die Band nur die Streuung ihrer musikalischen Kunst sein. Per Spotify kämpft man um die Zuhörer und in Eigenregie hat man sogar Vinyl an den Start gebracht. Musik braucht Promotion und Aufmerksamkeit, was leider ein Manko ist. Ich selbst bin nur über den Metal Podcast von Kollege Marcus auf die neue Scheibe „Walls of Confusion“ aufmerksam geworden. Ob das reicht?

Wir sprechen hier von einem sehr hochwertigen, progressiv angehauchten Stück Heavy Metal, das einen meiner deutschen Lieblingssänger zurück in den musikalischen Zirkus befördert. Die Scheibe braucht etwas Zeit und Aufmerksamkeit. Gibt man ihr diese Zeit, so hat man ein absolut professionelles und tolles Stück Musik auf dem Plattenteller liegen.

Meine Daumen gehen nach oben. Welcome back!!!    


Eine Antwort zu „MERCURY TIDE „Walls Of Confusion““

  1. Avatar von METALHEAD

    Danke an Martin, dass er mich auf dieses Album aufmerksam gemacht hat. Denn es ist in der Tat ein echt starkes Album mit toll arrangierten und zugleich ausdrucksstarken Songs. 𝙒𝙖𝙡𝙡𝙨 𝙊𝙛 𝘾𝙤𝙣𝙛𝙪𝙨𝙞𝙤𝙣 von 𝐌𝐄𝐑𝐂𝐔𝐑𝐘 𝐓𝐈𝐃𝐄 verdient deshalb Aufmerksamkeit und Würdigung.

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