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Genre: Melodic Death Metal
Release: 03.04.2026
Label: Mighty Music

𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 melden sich mit neuen Schlachten zurück. Auf ihrem Album 𝙒𝙮𝙧𝙙 geht es um historische Schlachten, die geschlagen wurden und das Schicksal der Welt erheblich beeinflusst und geprägt haben. 𝙒𝙮𝙧𝙙 offenbart den Hörern Geschichten von Untergang und Triumph, von verlorenen Leben und errungenen Siegen.


Das Album Cover wurde vom Künstler David Troest erschaffen, dessen dramatisches Cover den geflügelten Husaren zeigt, eine der furchterregendsten Kriegsmaschinen der Geschichte. Die Szene ist die legendäre Schlacht bei Wien im Jahr 1683, in der die polnische Kavallerie das Osmanische Reich zum Rückzug zwang und dessen Expansion nach Europa stoppte.

Nun, die grundlegende Thematik historischer Schlachten wird viel genutzt und interpretiert. SABATON haben das Thema global popularisiert und zu einer Art musikalischem Markenzeichen gemacht: hymnisch, zugänglich, mit klarer Stadionästhetik. Doch gerade im direkten Vergleich zeigt sich, wie unterschiedlich man Krieg, Geschichte und Mythos musikalisch interpretieren kann.

𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 gehen allerdings mit einer ganz anderen ästhetischen und emotionalen Haltung an das Thema heran. Wo SABATON auf Pathos, Mitsingrefrains und polierte Heroik setzen, wirken 𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 wie die dunklere, erdigere und ungeschönte Variante derselben Thematik.

Neben der härteren instrumentalen Ausrichtung sind es vor allem die extremen Vocals von Martin Drageholm, die 𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 ihren unverkennbar dunklen, aggressiven Schliff verleihen. Dabei gelingt es Drageholm den Vocals eine beeindruckende Ausstrahlung zu verpassen und er bewegt sich geschickt im Rahmen der extremen Vocals, indem er mit einer dynamischen Stimmführung arbeitet, die den Songs Charakter und erzählerische Tiefe verleiht.

„Against The Storm“ als Opener steigt sehr melodisch ein und die Vocals brechen diese Melodik kontrastreich auf. „Never Surrender“ baut sich noch monumentaler auf und wird zu einem epischen Showdown.

So kraftvoll und massiv 𝙒𝙮𝙧𝙙 auch produziert ist, auf Dauer fehlt mir im Laufe der ersten Albumhälfte jene atmosphärische Weite, die für echte Abwechslung sorgen würde. 𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 setzen konsequent auf Druck, Dynamik und martialische Energie – und das funktioniert über weite Strecken hervorragend. Doch genau diese Stärke wird im Verlauf auch zur Schwäche: Die Songs folgen einem ähnlichen Spannungsbogen, der sich nach mehreren Tracks konzeptionell wiederholt.

Der Sound öffnet sich selten in Richtung atmosphärischer Kontraste, die das Album dramaturgisch auflockern könnten. Dadurch entsteht eine unterschwellige Monotonie, die nicht aus mangelnder Qualität, sondern aus zu wenig Variation im Ausdruck resultiert.

Gerade der längste Track des Albums, „Boudica“, zeigt dieses Problem exemplarisch. „Boudica“ unternimmt zwar den Versuch den Track atmosphärischer einzuleiten, verfällt dann aber in den üblichen Modus ohne im weiteren Verlauf, trotz dynamischer Wechsel, mit wirklichen Wendungen oder anderen Dingen zu überraschen, so dass die Spielzeit von über sieben Minuten recht lang wird.

Gerade als sich eine gewisse konzeptionelle Monotonie von 𝙒𝙮𝙧𝙙 bemerkbar macht, setzt „Da Lammet Brød det 6. Segl“ einen scharfen, fast schon befreienden Schnitt. Der Song fährt mit einer Energie auf, die wie ein plötzliches Aufreißen der Höllentore wirkt: furios, peitschend, kompromisslos. Hier zeigen VANIR eine Seite, die man sich im Albumverlauf früher und häufiger gewünscht hätte.

Der Track ist bis zu diesem Zeitpunkt der extremste Moment des Albums. Die Band entfesselt eine wirbelnde Black-Metal-Energie, die nicht nur die Härte steigert, sondern auch die Atmosphäre verdichtet. Die Gitarren schneiden schärfer, das Schlagzeug treibt mit fast chaotischer Raserei, und Martins Vocals verwandeln sich in einen regelrechten Aufschrei.

„Da Lammet Brød det 6. Segl“ ist kein bloßer Ausreißer, sondern ein mächtiger Aufschrei, der zeigt, welches Potenzial in 𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 steckt, wenn sie sich trauen, ihre Grenzen zu verschieben. Der Song hinterlässt blutige Schnitte – im besten Sinne – und sorgt dafür, dass man als Hörer wieder aufgerichtet im Sattel sitzt. Dies erinnert mich an den Song „Twisting The Knife“ vom Album Epitome.

Nach dem eruptiven Ausbruch von „Da Lammet Brød det 6. Segl“ wirkt der anschließende Song „Helgrinidir“ wie ein frischer Windstoß, der das Album wieder öffnet. Der Track profitiert spürbar davon, dass die zuvor entfesselte Black-Metal-Energie den Gesamtkontext aufgerüttelt hat: Plötzlich bekommen die melodischen Elemente wieder mehr Raum, mehr Strahlkraft, mehr Bedeutung.

„Helgrinidir“ kann dadurch seinem melodischen Ausdruck mehr Macht verleihen. Die Gitarrenlinien wirken klarer konturiert, die Harmonien tragen weiter, und die Dynamik entfaltet sich freier, weil der Song nicht gegen die zuvor empfundene Gleichförmigkeit ankämpfen muss. Stattdessen baut er auf dem neu gewonnenen Momentum auf.

So geht es tatsächlich gestärkt in die zweite Hälfte des Albums. Der zuvor entfachte Energieschub wirkt nach, und meine Hoffnung auf mehr Variation wird nicht enttäuscht. Mit „Mod & Ære“ liefern 𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 erneut eine aufrüttelnde Schlachtplatte, die mit viel Tempo, Dynamik und rhythmischer Wucht sofort mitreißt. Der Song wirkt wie ein entschlossener Vorstoß, der das Momentum des Albummittelteils aufgreift und weiterträgt.

Besonders bemerkenswert: 𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 wagen hier endlich einen echten Break. Ein Moment, in dem die Musik kurz innehält, die Spannung sich sammelt und ein Hauch von Ruhe einkehrt. Dieser dramaturgische Atemzug öffnet den Song für ein kraftvolles Finale. So passt das für mich.

𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 tragen die zuvor entzündete Energie konsequent weiter, und „De Forbandede År“ brennt noch einmal heiß. Der Track wirkt wie ein letzter, entschlossener Schlagabtausch, bevor das Album in seine finale Phase eintritt. Tempo, Druck und melodische Schärfe greifen hier noch einmal ineinander und halten die Spannung hoch, ohne in bloße Wiederholung abzurutschen. Mit „Nine“ endet Wyrd schließlich auf einer epischen Note.

Fazit

𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 liefern mit 𝙒𝙮𝙧𝙙 ein handwerklich starkes Album ab, das atmosphärisch geschlossen wirkt und mit viel Wucht, Dynamik und erzählerischer Härte überzeugt. Zwar schleichen sich stellenweise monoton anmutende Phasen ein, doch darüber lässt sich im Gesamtbild gut hinwegsehen. Denn 𝙒𝙮𝙧𝙙 entfaltet immer wieder epische Momente, die zeigen, wie viel Kraft und Ausdruck in der Band steckt.

Gerade die Songs, in denen 𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 den Sound extremer werden lassen und mutigere dramaturgische Akzente setzen, offenbaren ein enormes Potenzial. 𝙒𝙮𝙧𝙙 ist deshalb nicht nur ein beeindruckendes Werk, sondern auch ein Album, das deutlich macht, dass 𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 ihre Grenzen noch weiter ausloten könnten, um künftig noch mehr Spannung und narrative Tiefe zu erzeugen. Sie könnten ihr eigenes Profil weiter schärfen, wenn sie Härte, Melodik und dramaturgische Tiefe noch mutiger miteinander verzahnen würden.

  1. Against The Storm (03:54)
  2. Never Surrender (04:37)
  3. Braavalla (04:32)
  4. Boudica (07:13)
  5. Da Lammet Brød det 6. Segl (05:37) 
  6. Helgrinidir (04:59) 
  7. Mod & Ære (04:36)
  8. De Forbandede År (04:34)
  9. Nine (05:23)
  • Martin Drageholm – vocals
  • Kirk Backarach – guitars
  • Lasse Heiberg – guitars
  • Mikael Christensen – bass
  • Jon Elmquist Schmidt – drums
  • Stefan Dujardin - keyboards

Bilderquelle: Mighty Music

english review

Genre: Melodic Death Metal
Release: 03.04.2026
Label: Mighty Music

𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 return to the battlefield with new tales of war. On their album 𝙒𝙮𝙧𝙙 , the focus lies on historic battles that were fought and ultimately shaped the fate of the world. 𝙒𝙮𝙧𝙙 reveals stories of downfall and triumph, of lives lost and victories won.


The album cover was created by artist David Troest, whose dramatic artwork depicts the winged hussars, one of the most fearsome war machines in history. The scene portrays the legendary Battle of Vienna in 1683, where the Polish cavalry forced the Ottoman Empire to retreat and halted its expansion into Europe.

The overarching theme of historical battles has been explored and interpreted countless times. SABATON popularized the subject on a global scale and turned it into a kind of musical trademark: anthemic, accessible, and shaped by a clear stadium aesthetic. Yet it is precisely in direct comparison that one can see how differently war, history, and myth can be interpreted musically.

𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑, however, approach the subject with a completely different aesthetic and emotional attitude. Where SABATON rely on pathos, sing‑along choruses, and polished heroics, 𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 come across as the darker, earthier, and unvarnished counterpart to the same thematic territory. Alongside the heavier instrumental direction, it is above all Martin Drageholm’s extreme vocals that give VANIR their unmistakably dark and aggressive edge.

“Against The Storm” opens the album with a strongly melodic introduction, and the vocals cut through that melody with striking contrast. “Never Surrender” builds itself up even more monumentally and unfolds into an epic showdown.

As powerful and massive as 𝙒𝙮𝙧𝙙 is in terms of production, I find that the first half of the album lacks the atmospheric breadth needed to create real variety over time. 𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 rely consistently on pressure, dynamism, and martial energy. And for the most part, this works remarkably well. Yet this very strength gradually turns into a weakness: the songs follow a similar dramatic arc that begins to repeat itself conceptually after several tracks.

The sound rarely opens up toward atmospheric contrasts that could loosen the album’s dramaturgy. As a result, a subtle monotony emerges: not due to a lack of quality, but because there is too little variation in expression.

The album’s longest track, “Boudica“, illustrates this issue particularly well. While the song attempts to establish a more atmospheric introduction, it soon falls back into the usual mode and, despite dynamic shifts, offers no real twists or surprises as it progresses. As a result, its runtime of over seven minutes begins to feel noticeably long.

Just when 𝙒𝙮𝙧𝙙 begins to show signs of conceptual monotony, “Da Lammet Brød det 6. Segl” delivers a sharp, almost liberating cut. The song erupts with an energy that feels like the sudden tearing open of the gates of hell: furious, whipping, uncompromising. Here, 𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 reveal a side of themselves that one would have wished to encounter earlier and more frequently throughout the album.

Up to this point, the track marks the album’s most extreme moment. The band unleashes a swirling black‑metal energy that not only intensifies the heaviness but also thickens the atmosphere. The guitars cut sharper, the drums drive forward with almost chaotic frenzy, and Martin’s vocals turn into an outright scream.

“Da Lammet Brød det 6. Segl” is not merely an outlier, but a powerful outcry that reveals the potential 𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 possess when they dare to push their own boundaries. The track leaves behind bloody cuts — in the best possible sense — and puts the listener firmly back in the saddle. It even reminds me of the song “Twisting the Knife” from the album Epitome.

After the eruptive outburst of “Da Lammet Brød det 6. Segl“, the following track, “Helgrinidir“, feels like a fresh gust of wind that opens the album back up. The song clearly benefits from the black‑metal energy unleashed beforehand, which has shaken up the overall context: suddenly the melodic elements regain more space, more radiance, more significance

“Helgrinidir” is able to give its melodic expression greater force as a result. The guitar lines feel more sharply defined, the harmonies carry further, and the dynamics unfold more freely because the song no longer has to fight against the sense of uniformity that came before. Instead, it builds on the newly gained momentum.

Thus, the album enters its second half noticeably strengthened. The surge of energy unleashed earlier continues to resonate, and my hope for greater variation is not disappointed. With “Mod & Ære“, 𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 deliver yet another rousing battle anthem that immediately captivates with speed, dynamism, and rhythmic force. The track feels like a determined offensive, picking up the momentum of the album’s midpoint and carrying it forward.

Interestingly, 𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 finally dare to introduce a real break here. A moment in which the music pauses, the tension gathers, and a hint of calm settles in. This dramaturgical breath opens the song up for a powerful finale. That, to me, feels exactly right.

𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 carry the previously ignited energy forward with conviction, and “De Forbandede År” burns hot once more. The track feels like a final, determined clash before the album enters its concluding phase. Speed, pressure, and melodic sharpness interlock again here, keeping the tension high without slipping into mere repetition. With “Nine“, 𝙒𝙮𝙧𝙙 ultimately comes to a close on an epic note.

Conclusion

With 𝙒𝙮𝙧𝙙, 𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 deliver a well‑crafted album that feels atmospherically cohesive and convinces with sheer force, dynamism, and narrative grit. While certain passages drift into phases that feel somewhat monotonous, this is easy to overlook in the broader picture. After all, 𝙒𝙮𝙧𝙙 repeatedly unfolds epic moments that reveal just how much power and expressive potential the band truly holds.

It is especially the songs in which 𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 push their sound into more extreme territory and set bolder dramaturgical accents that reveal the band’s enormous potential. 𝙒𝙮𝙧𝙙 is therefore not only an impressive work, but also an album that makes it clear that 𝐕𝐀𝐍𝐈𝐑 could push their boundaries even further in the future to create greater tension and narrative depth. They could sharpen their profile even more by intertwining heaviness, melody, and dramaturgical depth with greater boldness.

  1. Against The Storm (03:54)
  2. Never Surrender (04:37)
  3. Braavalla (04:32)
  4. Boudica (07:13)
  5. Da Lammet Brød det 6. Segl (05:37) 
  6. Helgrinidir (04:59) 
  7. Mod & Ære (04:36)
  8. De Forbandede År (04:34)
  9. Nine (05:23)
  • Martin Drageholm – vocals
  • Kirk Backarach – guitars
  • Lasse Heiberg – guitars
  • Mikael Christensen – bass
  • Jon Elmquist Schmidt – drums
  • Stefan Dujardin - keyboards

image source: Mighty Music


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